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Beiträge vom » September, 2008 «

Overdressed.

Montag, 29. September 2008 | Autor: Michael

O.k.

Nach dem heutigen Tag hab ich dann auch kapiert, dass in Berlin bei den Amtsgerichten kein Robenzwang herrscht. Ich war der einzige Anwalt mit (Robe).

Allerdings: die Auflösung des Robenzwanges dort führt bei einigen Kollegen zu weiteren Verfallserscheinungen. Manche Herren, die ich in die Gruppe “Ich schlafe unter Brücken” gestopft hätte (zerschlissene Jeans; offenes Hemd; Badelatschen ohne Strümpfe; Haar ohne Waschung seit ca. 12 Jahren), outeten sich dann doch als Vertreter des Rechts.

Da machte es dann auch nichts mehr, dass die erkennende Richterin vor dem Termin die Akte nicht gelesen hatte. Und zwar gar nicht.

Thema: Anziehendes, Rechtliches | Beitrag kommentieren

Wer hat sich wo verbreitet?

Freitag, 26. September 2008 | Autor: Michael

Eine ganz interessante und nützliche Sache ist

http://www.verwandt.de/karten/

Wer wissen will, wo seine Namensverwandten in Deutschland hausen – und in welche Gegenden man vielleicht besser nicht fahren sollte, um zukünftig die Häufigkeit von Familienfesten nicht zu erhöhen – mag sich dort erst vergewissern.

Für meinen Nachnamen ergab die Recherche, dass ich vielleicht die Schleswiger Gegend zukünftig meiden sollte. Es sei denn, ich habe plötzlich Interesse, irgendwelche Urgroßcousinen o.ä. kennenzulernen:

Thema: Familiäres | Beitrag kommentieren

Diese Milch macht es nicht.

Mittwoch, 24. September 2008 | Autor: Michael

Vielleicht mit Vorsicht zu genießen ist momentan dieses Getränk:

die Milch von Weihenstephan, ob mit oder ohne Laktose.

Letzten Sonntag. Packung geöffnet. Die Milch aus den vorigen Packungen schmeckte auch schon komisch. Aber dann. Ein scharfer Chemikaliengestank stieg in die Nase. Verkaufsoffener Sonntag. Ich dann zu REWE. Die Nase des Verkaufsleiters zuckt ebenfalls schnell zurück. Ins Labor. Sofort sagt er. Alle verbleibenden Packungen.

Montag. Eine bayrische Stimme am Telefon. Eine Frau Schumann aus Freising von der Fa. Weihenstephan. Sie habe eine Reklamation vorliegen. Ja, sage ich. Ihre Milch. Die ist in Ordnung, sagt sie. Die mikrobiologischen Ergebnisse seien perfekt. Ob ich denn wisse, was mikrobiologische Ergebnisse sind. Luft geholt. Gegenfrage. Ob sie denn unsere Milch schon auf dem Tisch habe. Nein sagt sie. Ach so. Worum es denn gehe. Um unsere zumHimmelstinkende Milch sage ich. Und die Laborergebnisse. Aha. Sie wisse von nichts, habe nur die Reklamation. Und würde sich wieder melden. Und ob sie mir weitergeholfen hätte. Nicht wirklich, sage ich.

Ich berichte weiter. Nach dem Laborbefund.

Thema: Allgemein | Beitrag kommentieren

No pics, please. Oder: Achtung, der Schulfotograf kommt.

Montag, 22. September 2008 | Autor: Michael

Darauf muss man erstmal kommen.

Wer kennt sie nicht, die immer wiederkehrenden Rituale. Alle Jahre wieder erscheinen K1 oder K2 mit der dringenden Aufforderung, mal wieder fünf oder zehn Euro auf den Tisch zu packen. Für ein Schulfoto. Bislang vermutete ich hier nichts Böses.

Bis die neue NStZ (Neue Zeitschrift für Strafrecht) nun im September erschien. Da lautet ein Aufsatz doch tatsächlich “Zur Strafbarkeit von Schulfotografen wegen Bestechung oder Vorteilsgewährung germ  § 333,334 StGB”.  Huch, dachte ich. Und ich erfuhr Erstaunliches (nach Ambos/Ziehn, NStZ 08, 498):

Seit Jahrzehnten existiert in Deutschland eine gängige und anerkannte Praxis der Schulfotografie. Die sieht so aus: Fotografen bieten Schulen Angebote zur Anfertigung sogenannter Schulsets (von Einzelfotos bis Jahrgangsfotos) und stellen gleichzeitig in Aussicht, den Schulen Computer, Beamer u.v.m. zu schenken, deren Wert dann von der Anzahl der verkauften Bilder oder der Zahl der fotografierten Kinder abhängt.

Ach so. So läuft das. Also kriegt der Fotograf den Auftrag, der die meisten Laptops an die Schulen verschenkt. Offen gesagt, hörte ich davon zum ersten Mal. Bislang ging ich davon aus, es gäbe so eine Art freier Wettbewerb. Jeder kommt mal dran. Oder so. Denkste. Daher ermitteln dann die Staatsanwaltschaften gegen den Fotografen wegen Verdachts der Bestechung. Na gut. Sollen sie. Allerdings: was ist eigentlich mit den anderen? Den Schulleitern, die das alles zulassen? Gegen die wird auch ermittelt. Und sie werden angeklagt, wie, so liest man, vom OLG Celle entschieden. Auch nicht wirklich wichtig. Was interessiert mich der Schulleiter.

Jedoch: was ist eigentlich mit den Eltern? Ich stelle fest: ich hätte den Aufsatz nicht lesen dürfen. Vorher hatte ich keine Ahnung davon, dass die Euros, die an den Fotografen fließen, umgekehrt zurück an die Schule in Form von Beamern fließen.. Nun weiß ich es. Und nun mache ich mich möglicherweise auch strafbar (weil Vorsatz). Wegen Beihilfe zur Bestechung bzw. Bestechlichkeit. Das kommt dabei raus, wenn man juristische Fachzeitschriften liest. Man sollte es lassen.

Thema: Familiäres, Rechtliches, Schulisches | Beitrag kommentieren

Happy sleepless nights, folks.

Freitag, 19. September 2008 | Autor: Michael

Jordan und Jodi Zevon sind Eltern geworden. Spät, aber endlich hat es geklappt. Auch auf diesem Wege die besten Grüߟe und Wünsche nach L.A. Und an Willow Zevon – “this girl”:

Thema: Familiäres, Musikalisches | Beitrag kommentieren

Dies ist eine offizielle Beschwerde.

Freitag, 19. September 2008 | Autor: Michael

Gerichtet an eine Band, die es wagt, das europäische Festland bei ihrer Tour offenkundig auszulassen.

Könnte wirklich ein langer Dezember werden.

Thema: Allgemein, Musikalisches | Beitrag kommentieren

Friedrichstadt is dying.

Freitag, 19. September 2008 | Autor: Michael

Schon nett da – aber irgendwie war ich ein wenig besorgt. Da schließen so einige Läden, die Preise sinken, und die Bewohner verlassen nach und nach den Ort. Hübsch ist es gleichwohl:

Beweis:

wenn sogar das Amtsgericht schließt und zur Kneipe wird:

.. dann sieht es übel aus um das Amsterdam des Nordens.

Thema: Berufliches, Stadtliches | Beitrag kommentieren

Hab ich Ihnen doch gleich gesagt.

Dienstag, 16. September 2008 | Autor: Michael

Das Amtsgericht war heute mal wieder Schauplatz eines anwaltlichen Spektakels.

Zivilprozess. Gegenseite klagt auf Schadensersatz. Beweisen kann sie nix. Das sieht Gericht auch so. Und sagt es deutlich. Mehr als deutlich. Die Klägerin solle doch bloß auf den Vergleichsvorschlag der Beklagten eingehen. Sonst läuft sie Gefahr, nix zu kriegen. Null. Beklagte will nicht. Partout nicht. Sie sieht es gar nicht ein. Teufel auch. Und – dann. Der große Moment, in dem anwaltliche Hilfe dringend geboten ist. Was macht der Kollege? Inmitten der Sitzung. Vor den Ohren und Augen aller. Er sagt, zu seiner Mandantin:

“Sehen Sie. Hab ich Ihnen doch gleich gesagt, dass Sie das Ding verlieren.”

Stille. Ich suche verzweifelt irgendeinen Punkt zum anvisieren. Fenster, oben rechts. Wäre ich Mandantin, wäre ich gegangen. Was auch immer. Oder hätte meine rechte Gerade ausprobiert. Irgendwas. Stattdessen, immerhin, sie zu ihm: “Na Sie sind ja nett.” Etwas empört. Etwas. Nein, ich sprang nicht auf. Um etwa zu sagen, dass es alle anderen im Saal einen Dreck angeht, was sie mit dem Kollegen vorher besprochen hat. Von wegen Verschwiegenheit und so. Und das der Kollege sich verdammt noch mal was schämen soll. Ich fixierte lieber den Punkt. Besser ist das. Sachen gibt´s.

Thema: Rechtliches | Beitrag kommentieren

Rom.

Montag, 15. September 2008 | Autor: Michael

Der von mir hochverehrte (das soll was heißen…) Herbert Rosendorfer hat ein weiteres Büchlein üer Rom auf den Markt gebracht, allerdings in neuer, verbesserter Auflage:

Ich habe es in nur einer Stunde verschlungen und in Erinnerungen an den letzten Romurlaub (April) geschwelgt. Kann man Heimweh eigentlich auch nach einer Stadt bekommen, in der man nie gelebt hat, in der man sich aber mehr zu Hause fühlt als in seiner Geburtsstadt?

Allein die Brunnen.

Und die Katzen. Rosendorfer verweist übrigens dankenswerterweise ebenfalls auf die einmalige Einrichtung am Largo Argentina, das Katzenasyl in der Stadt schlechthin, und auf die wunderbaren ehrenamtlichen Helfer dort. Bei meinem 2. Romaufenthalt, 1995, war die betreute Einrichtung gerade gegründet worden und sie wächst und gedeiht. Mehr bei http://katzeninrom.gmxhome.de/

(ziemlich exakt hier wurde übrigens Cäsar gekillt).

Übrigens: allen Vorurteilen zum Trotz ist Rom sooo teuer nicht. Bei expedia.de fanden wir eine hervorragende Unterkunft in Trastevere, nur 5 Straßenbahnminuten vom Zentrum entfernt, und die öffentlichen Verkehrsmittel sind sehr günstig. Und ich kann mich nicht erinnern, mit 4 Personen schon einmal unter 60 Euro so hervorragend gespeist zu haben: 4 Gänge inkl. aller (hicks) Getränke satt. Trastevere, einmal mehr (dort nur nicht als AS sondern als Laziofans outen…).

Achja… und das beste Eis der Welt gibt es nur bei Giolitti:

.

Es ist schwer, Abschied zu nehmen, schreibt Rosendorfer. Recht hat er.

Thema: Tierisches, Urlaubliches | Beitrag kommentieren

Wieder was dazugelernt, oder: ab 1.1.2009 Heirat light.

Freitag, 12. September 2008 | Autor: Michael

Die NJW überrascht den geneigten Leser immer wieder.

In der heutigen Ausgabe (38/2008) findet sich ein Aufsatz mit dem Titel

“Die verblüffende Aufhebung des Voraustrauungsverbots und ihre Auswirkungen”.

Nun kann eigentlich nur etwas aufgehoben werden, was bereits da ist, denkt man. Gut. Was aber bitte ist das Voraustrauungsverbot? Und dann, was verblüfft an der Aufhebung?

Ich für meinen Geschmack finde weniger die Aufhebung verblüffend als mehr das Verbot selbst. Egal. Zum Glück erfährt man bei der Lektüre des Aufsatzes von Schüller mehr. Bislang war es doch tatsächlich sogar gesetzlich verboten, eine kirchliche Trauung (ahaa) ohne vorherige standesamtliche Eheschließung vorzunehmen. Also nix von wegen Ritus oder so – naaheiiin, der Gesetzgeber musste selbst das regeln. Hat er auch getan (1876 und 1937 übrigens, klar). Das finde ich, offen gesagt verblüffend(en Unsinn). Um so weniger verblüffend nun, dass das nun aus dem Gesetz verschwindet.

Ab dem 1.1.2009 sind also in Deutschland religiöse Eheschließungen möglich – ohne vorherige standesamtliche Trauung. Also überhaupt ohne Standesamt. Ich finde das verblüffend.

Thema: Eheliches, Rechtliches | Beitrag kommentieren

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