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Beiträge vom » Oktober, 2008 «

Lehrergeschichten.

Mittwoch, 29. Oktober 2008 | Autor: Michael

Juristen und Lehrer sind wie Katz und Hund. Allerdings stimmt dieser Vergleich nur bedingt, weil Katze und Hund sich durchaus vertragen können. Lehrer und Juristen können dies (vertragen) nicht. Oder sagen wir ruhig: “nie”.

Noch kritischer ist es, wenn Notare und Lehrer zusammentreffen. Das kommt im Leben glücklicherweise nicht all zu häufig vor. Aber es kommt vor. Diese Treffen erkennt man daran, dass Notar etwa bereits nach einer halben Stunde verzweifelte Anweisungen an sein Personal gibt, den nächsten Mandanten abzusagen, bevor sie den Rest ihres Lebens im Wartezimmer des Notars zubringen. Notar erscheint dann beispielsweise mit puterrotem Kopf an der Tür seines Beurkundungszimmers und ruft den Mitarbeitern am Tresen zu “Absagen, alles für heute absagen.” Und das bereits am Vormittag!

Ich erinnere mich noch immer gerne an eine meiner ersten Kaufvertragsbeurkundungen. Als ich den Entwurf von den Mandanten zurückbekam, dachte ich zuerst, da muss jemand doch die rote TInte ausgelaufen sein. Erst bei zweiter Durchsicht sah ich dann, dass jemand ganz feinsinnig am Rand fast eines jeden Absatzes mit rot auf allen 12 Seiten Anmerkungen wie “Stil”, “R”, oder “das geht besser!” angebracht hatte.äAls junger Notar ist man ja durchaus lernfähig,  Und willig. Allerdings fand ich diese Reaktion dann doch ein wenig übertrieben. “Haus und Grundstück werden besenrein übergeben” etwa finde ich als Formulierung deutlich genug; jedoch hieß es am Rande, im freundlichen Rot: “besenrein gibt es nicht!”. Ja, mit Ausrufezeichen versehen.

Die Beurkundung dann, Tage später, dauerte übrigens fast dreieinhalb Stunden.

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Randvermerk. Oder auch nicht.

Dienstag, 28. Oktober 2008 | Autor: Michael

Tiere, vor allem Hunde und Katzen, werden im mediterranen Raum oft grausam behandelt.

Glücklicherweise unterstützen viele ehrenamtliche Helfer, oft übrigens auch unter deutscher Beteiligung, Tierheime/-asyle/-unterkünfte dort, um viele ganz reizende Hunde oder Katzen letztlich vor dem Tod durch Verbrennen oder Vergasen zu bewahren.

Auf die Einrichtung für Katzen mitten in Rom hatte ich bereits an anderer Stelle hingewiesen.

Eine andere Einrichtung auf Sardinien, in Olbia, ist ebenfalls dringend auf Spenden angewiesen. Sollte sich gar jemand finden, der verantwortungsvoll ein Tier dort erlösen würde, so wäre das sicherlich auch eine gute Idee. Wir haben in Rom unfassbar süße Katzen dort vorgefunden; und in Olbia sind, wie sich hier beweisen lässt, viele reizende Hunde, die ein Zuhause suchen. Einige Hunde, hier zu sehen, wurden schon in deutschen Pflegestellen aufgenommen und warten auf Vermittlung.

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Halloween und neue Mandate.

Montag, 27. Oktober 2008 | Autor: Michael

Bald ist es wieder so weit. Am 31.10. gehen wieder Kinder und Jugendliche von Haus zu Haus. Was früher noch ganz lieblich anzusehen war, artete im Laufe der letzten Jahre immer mehr aus. Ich werde mich am 31.10. abends also verbarrikadieren, die Hunde noch schärfer machen als sie ohnehin schon sind, die WasserPistolen bereit halten und verteidigen was zu verteidigen gilt. Nämlich sämtliche Süßigkeiten im Hause, und das Leben sowieso.

Mittlerweile finden sich im Netz auch andere Ratschläge, wie etwa dieser:

“Der weltgewandte und gebildete Mitteleuropäer schaltet daher am Abend des 31. Oktober sämtliche Lampen aus und öffnet unter keinen Umständen die Haustüre. Das spart nicht nur Strom, sondern auch Geld und Nahrungsmittel. Auch wenn man die kleinen Loser nicht mehr singen und schreien hört, empfiehlt es sich, noch einige Minuten mit angehaltenem Atem und ohne Licht zu warten, um sicherzugehen, dass sie sich auch tatsächlich verpisst haben.”  (http://www.stupidedia.org/stupi/Halloween)

Vielleicht sollte ich gleich Visitenkarten verteilen. Spätestens wenn es nach “Süߟes oder Saures” mancherorts nichts Süߟes gibt, werden manche kids das Spiel “wie praktiziere ich perfekt räuberische Erpressung” so lebensnah spielen, dass einige Bewohner sich wünschen, Halloween hätte es wie vieles andere was so über den Großen Teich schwappte nie gegeben.

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Big hat no cattle, big head no brain.

Montag, 27. Oktober 2008 | Autor: Michael

Singt er. Und versucht verzweifelt, “some words in defense of our country” zu finden… und natürlich macht er damit G.W. noch schlimmer als er sowieso schon ist. Zwischendurch dann herzzerreissende Balladen.

Randy Newman kommt nach Deutschland. Am 12.11. in Hamburg.

Michael Jackson wollte übrigens “Every time it rains” nicht covern. Zum Glück. Andere cover, wie das was Herr Cocker tat (You can leave your hat on) sind ja noch halbwegs erträglich.

Eine setlist aus einem recht frischen Konzert lässt viel erwarten:

It’s the Money That I Love/My Life Is Good/Marie/Short People/Birmingham/Bad News From Home/The World Isn’t Fair/Korean Parents/I Miss You/Simon Smith and the Amazing Dancing Bear/A Few Words in Defense of Our Country/Laugh and Be Happy/Losing You/You Can Leave Your Hat On/I’m Dead (But I Don’t Know It)/Political Science/<intermission>/Mr. President (Have Pity on the Working Man)/The Great Nations of Europe/Potholes/In Germany Before the War/Baltimore/Only A Girl/Love Story (You and Me)/Real Emotional Girl/You’ve Got a Friend in Me/Harps and Angels/Dixie Flyer/Louisiana 1927/Guilty/I Love L.A./God’s Song (That’s Why I Love Mankind)/A Piece of the Pie/I Think It’s Going to Rain Today/<encores>/It’s Lonely at the Top/Feels Like Home.

Vielleicht seine letzten Konzerte in Deutschland – er war lange Zeit schwer krank, und mit bald 65 ist er nicht mehr der Jüngste.

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Immer auf die Glocke.

Freitag, 24. Oktober 2008 | Autor: Michael

Es gab mal unter Anwälten ein Sachlichkeitsgebot. Gerüchte besagen allerdings, es gibt es noch immer, wenngleich nur auf dem Papier. Irgendwo in der Berufsordnung verbuddelt.

Die Anwaltsgerichte jedenfalls lassen mittlerweile so ziemlich alles zu. Schreibt ein Kollege in einem Schriftsatz (es ging um eine Auseinandersetzung um die Bewilligung von Prozesskostenhilfe) etwa

“Der Antrag auf die Gewährung von Prozesskostenhilfe ist zurückzuweisen, weil das Verteidigungsvorbringen der Beklagten ohne Aussicht auf Erfolg ist. Es wäre in höchstem Maße unverantwortlich, dem Beklagten ausgerechnet seine gegenwärtigen Prozessbevollmächtigten beizuordnen, die wettbewerbsrechtliche Kenntnisse erst durch das vorliegende Verfahren zu gewinnen hoffen.”

so soll diese Äußerung laut dem Hamburgischen Anwaltsgericht nicht geeignet sein, gegen den werten Kollegen berufsrechtliche Maßnahmen ergreifen zu müssen (HambAnwG, Beschluss v. 17.7.2008, I AnwG 8/08).

Fein. Dann kann ich jetzt ja in allen Fällen, in denen die Gegenseite Prozesskostenhilfe erhalten möchte und etwa nicht durch einen Fachanwalt vertreten wird, ähnlich erwidern. Es gilt also, junge und unerfahrene Kollegen so zu diffamieren, dass es Ziel sein muss, ihnen den Zugang zum “Markt” (=Mandanten) faktisch zu verweigern. Alles folgenlos. Immer feste druff also. Und wenn man sich dann erstmals im Termin sieht, so Auge in Auge mit dem werten Kollegen, sollte man vielleicht zumindest gewiss sein, dass man über einen Schwarzgurt verfügt, um etwaige körperliche Hassattacken des so Aufgestachelten abwehren zu können. So viel zur Flexibilität unseres Berufsstandes.

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Vermieterempfehlung: Heizung kaputt? – Mieter, beweg dich.

Dienstag, 21. Oktober 2008 | Autor: Michael

Sinkt die Temperatur im Büro unter 20 Grad Celsius?

Kein Problem. Mieter, beweg dich, und Mängel an der Heizungsanlage werden kompensiert.

Gefunden beim beckblog.

Das Kammergericht Berlin meint: “Hinzu kommt, dass eine Tätigkeit in einem Steuerbüro vorwiegend sitzend geschieht, so dass sich die Möglichkeit einer Erwärmung durch Bewegung – anders als bei einer Arbeit als Serviererin in einer Gaststätte, wie in dem vom Kammergericht entschiedenen und in GE 2002, 462 veröffentlichten Fall, – eher nicht ergibt.  (ZMR 2008, 790)

Kollege Lützenkirchen bemerkt dazu treffend: “Vermieter sollten also Sportgeräte in die Mieteinheiten stellen. Damit bieten sie die Möglichkeit einer Erwärmung durch Bewegung und verhindern die Kündigung wegen Ausfalls der Heizung.”

Sehr gut. Andere Ideen?

Thema: Rechtliches | Beitrag kommentieren

Das Ende der Welt bei Kotzenbüll.

Dienstag, 21. Oktober 2008 | Autor: Michael

Ein Tag an der Nordsee.

Das Aldinavi führte uns tatsächlich zur Kotzenbüller Chaussee. Da kann dann der Ort namens Kotzenbüll nicht weit sein. Und tatsächlich:

Nicht weit davon, man glaubt es kaum, gibt es dann den Ort mit dem Namen “Welt”.

Kommt sie von dort? Kaum vorstellbar.

Die Heulerstation ist da auch in der Nähe und zwingend einen Besuch wert.

Und warum heisst eigentlich St. Peter Ordning “Sankt” Peter? Deswegen: (??)

Interessante Gegend, die Westküste. Oh ja.

Thema: Urlaubliches | Beitrag kommentieren

Verbrecher in Hodenhagen

Dienstag, 21. Oktober 2008 | Autor: Michael

Die Affen im Safaripark sind auch nicht mehr das was sie mal waren.

Zahlreiche Autos trugen Schäden davon. Sogar HSVfans erwischte es: besonders beliebt waren die Kfz-Kennzeichen.

Hier montiert der gesondert verfolgte Herr A. die Scheibenspritzwasserheckdüse ab. Beweisfoto:

Andere Affen zeigten sich dankbar und hinterlieߟen Geschenke – siehe etwa die angebissene Möhre, leicht orange leuchtend, auf dem Dach dieses Fahrzeugs:

Andere rotzen einen an und hoffen, die schicke neue Frisur würde Betroffene von Anzeigen abhalten.

Und noch andere Affen versuchten es mit einem langen Hals, um Gewahrsam zu brechen:

Noch ein Fall, auf frischer Tat ertappt:

Die Zeiten, wo Könige noch für Ruhe und Ordnung sorgten, sind auch vorbei.

Und schließlich… Versuche, sich zu verstecken, scheiterten dann doch:

Thema: Tierisches | Beitrag kommentieren

Einspruch abgelehnt.

Sonntag, 19. Oktober 2008 | Autor: Michael

Eine neue TV-Serie beglückt das arg gescholtene deutsche Fernsehen ab dem 23.10. Sie heisst “Plötzlich Papa – Einspruch abgelehnt!” Nun sehe ich mir Anwaltsserien grundsätzlich nicht an. Vielleicht jedoch sollte ich hier eine Ausnahme machen. Die Formulierung “Einspruch abgelehnt” reizt mich nämlich. Offenbar werden hier deutsche Strafprozesse gezeigt, in denen der Verteidiger Einspruch einlegt. In den USA – Kreuzverhörgeplagt – ist dies bekanntlich ein anerkanntes Mittel zur Eingrenzung der Befragungen von Zeugen. Bei uns allerdings wird das Kreuzverhör nirgendwo angewendet. Dachte ich bis jetzt. Aber nun – ich bin sicher, wir Strafverteidiger lernen ab dem 23.10. mal wieder viel dazu.

Thema: Berufliches, Rechtliches | Beitrag kommentieren

Es gibt solche und solche.

Donnerstag, 16. Oktober 2008 | Autor: Michael

Banaler Satz: Richter sind auch nur Menschen.

Es gibt wirklich gute Richter. Feinsinnig. Leise. Überzeugend. Brilliant. Überzeugungsfähig. Selbstkritisch. Distanz wahrend und zugleich nah. Helfend. überzeugende, verständlich geschriebene Urteile. Die, bei denen man noch im Rausgehen denkt: mehr davon. Viel mehr.

Aber es gibt auch schlechte Richter. Laut. Gefühllos. Verletzend. Hämisch. Verächtlich machend. Gekränkt reagierend. Manche verlassen den Sitzungssaal. Mitten in der Sitzung. Knallen die Tür zu. Und es geht noch schlimmer. Sie beleidigen. Mit Worten wie “Anwälte wie Sie sollte man wie reudige Hunde vom Hof jagen.” Und sie kündigen an, das Recht zu beugen. Mit Worten wie “Ich sage Ihnen, ich würfel das aus”. Gemeint ist das Urteil. Von diesen bitte nicht mehr. Nein danke.

Thema: Berufliches, Rechtliches | 7 Kommentare

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