Dasnbissndüüüünnn.
Samstag, 15. November 2008 | Autor: Michael
Landgericht, letzte Woche. Bauprozess. Tiefbaufirma hätte gerne vom Generalunternehmer (GU) eine Rechnung über 17.000 Euro bezahlt. Terminsbeginn: 9.30 Uhr. Um 9.40 Uhr sind alle da. Nur der Richter nicht. Um 9.45 dann erscheint er. Um gleich wieder zu gehen. Diktatband vergessen. 9.50 Uhr dann. Immerhin. Meine Parkzeit läuft ja erst um 10.15 Uhr ab. Richter wirft sich stöhnend in seinen Stuhl. GU-Anwalt legt einen Schriftsatz auf Richtertisch. Richter sagt nichts. Blättert mit langen Fingern und langem Arm genervt die Akte und Schriftsatz durch. Stille im Saal. Dann: “Dasnbissndüüünnn”. Und guckt den GU und seinen Anwalt an. Der: “Wie bitte?” Richter, beugt sich vor, schleudert die Akte ekelerregt von sich:”Ichsachdasisdüüüüüüüüünnnnnnnnnnn.” GU guckt seinen Anwalt an. “Was sagt der Richter?” Richter:”Dasgeesooonichhhh. Dasteehtnixdriiinnnn.” Zum Anwalt, wieder in der Akte blätternd, den Kopf schüttelnd, wieder nach hinten in seinen Sessel geworfen, dann den neuen Schriftsatz in der Hand, damit wedelnd: “Unnhieeerstehgaaanixdriiinnn.” Dann greift er zum Taschenrechner. Tippt. Guckt auf. “Fünftausenzweihunnertachzig. Wenndanndarüberbeweis. Derressisssklaaar.” Ich: “Äh. Also halbieren die 5.280?” Richter stöhnt, wirft sich nach hinten und nickt. Ich:”Gut. 15.000 bei Kostenquote?”
10.00 Uhr. Vergleich. GU zahlt 15.000 Euro bei Kostenquote von 87% zu 13%. Richter zieht sich am Tisch hoch und geht raus. Auf der Terminsrolle: nächste Sache um 11.15 Uhr. Erst. Er:”Man weiß ja nie wie lange sich Vergleichsgespräche hinziehen.” Ach so.
Thema: Berufliches, Rechtliches | Beitrag kommentieren




