Aus gegebenem Anlass.
Donnerstag, 5. Februar 2009 | Autor: Michael
K1 ist heute in Behandlung – kieferchirurgisch. Einzelheiten erspare ich mir und dem geneigten Leser. Der Operateur ist ein Prozessgegner von mir, aus 2 Fällen während der letzten 5 Jahre.
Ich trenne scharf zwischen privat und beruflich. Hoffe noch, er tut es auch. Allerdings gab es heute morgen bereits gewisse Komplikationen, nur zeitlicher Natur allerdings. Und erkannt hat er mich auch, im Wartezimmer.
Was mich zu der grundsätzlichen Frage führt: bin ich zu naiv? (Klar, bin ich sowieso)
Und zur zweiten grundsätzlichen Frage: welcher Kollege macht privat Verträge mit den (Prozess-)gegnern? (mit den Mandanten – das verdient wohl einen eigenen thread).


Du bist insofern zu loben, als dass du offenbar nach dem kategorischen Imperativ handelst. Und das mit einem sehr hehren Weltbild als Hintergrund. Schwierig dabei ist, dass das nicht alle Menschen tun. Genau genommen die wenigsten.
Ist er richtig Dein “Gegner” oder hast Du für einen Mandanten gegen ihn gestritten?
Ist auf jeden Fall eine lobenswerte Einstellung. Was hat das eine mit dem anderen zu tun. Ich gebe zu, ich weiß nicht ob ich das so könnte. Je nachdem, worum es geht.
heisst “prozessgegner”, dass es um arzthaftung ging?
Hm, kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, denn dann würde das K bestimmt nicht dort behandelt werden… Bin gespannt, was der Herr Rechthaber dazu sagt.
Nein, ich hatte zwei Mandate gegen ihn, in einem älteren Mandat ging es auch um Zahnarzthaftungsfragen.
Und nun?
Kommt vielleicht ein klein wenig darauf an, wie die beiden Prozesse ausgingen.
Hm. Meine Erinnerung. Eher gemischt, glaub ich.
Also üblicherweise würde ich es vermeiden, weil man eben nie weiß, ob die Leute trennen können. Es kommt aber natürlich auch auf den Prozess und die Art, wie man dort miteinander auskam an.
Andererseits wird der Arzt es wohl kaum an dem Kind auslassen.
In solch einem Fall, würde ich als Arzt doch BESONDERS auf eine gute Leistung achten. Da ist er doch gebranntes Kind. Und seinen Ruf wird er doch kaum aus blinder Wut schädigen…
Also, ich denke mal, der Kollege wird seine Operation lege artis durchgeführt haben, wie er es bei jedem Patient tut und dort keinen persönlichen Rachefeldzug geführt haben. Erstens ist K1 unbeteiligt (lassen Sie mein Kind da raus) und zweitens wär der ja schön blöd, sich absichtlich einen Schnitzer zu erlauben, wenn er sich schon mal die Finger verbrannt hat.
Gute Besserung an dieser Stelle dem Opfer…
Ich nehme an, Sie hatten nicht viel (Aus)Wahl?
Wie geht es denn K1???
Nun ja. Ab und zu kommen zu mir auch ehemalige Gegner als Mandanten, in neuen Sachen. Ist das vergleichbar?
Ich vertrau da blind irgendwie und denk, cosi fan tutte, also so wie ich. Ich leg da einen Schalter um und bin ganz Job, quasi.
Nein, viel Auswahl… ach, die meisten sind überlastet und mit der jetzigen Kieferorthopädin arbeitet er auch zusammen… insofern…
K1 geht es jetzt wieder besser, dank Drogen, äh, Schmerzmittel. Irgendwie gilt der alte Satz, dass man bei den eigenen kids mehr leidet als wenn man selbst was hat, jaja.
Dass ehemalige Gegner zu Dir kommen spricht absolut für Dich als Person und sicherlich auch für Deine Arbeit.
Ein besseres Lob kann Dir ja kaum einer machen.
Schön, dass K1 es überstanden hat. Ich kenne das. Und ich weiß, der Vergleich hinkt arg, aber bei meinen Tierchen leide ich ja auch mit. Sorry fürs Hinken…
Aus gegebenen Anlass fällt mir doch grad das Video ein, dass ich neulich bei eyesaiditbefore.de gesehen hab,
“David after dentist”, Film ab:
http://www.youtube.com/watch?v=txqiwrbYGrs
@Tina Keinen Schmalz hier.
Und da hinkt nicht viel.
@upofix LOL!! So war es zum Glück nicht. Und Doc, man hört, Norweger sind härter im Nehmen…