Bausachverständige
Mittwoch, 29. April 2009 | Autor: Michael
Aus gegebenem Anlass wage ich mal ein paar Empfehlungen, den norddeutschen Raum betreffend.
Kurze Vorrede: das Bittere ist, dass es viel einfacher ist, ..äh.. qualitativ wenig geeignete Sachverständige für Schäden an Gebäuden zu benennen als wirklich gute. Es gibt viele, die weder Gericht noch Parteien auch nur ansatzweise eine Hilfe sind. Das/der Schlimmste war mal ein Herr aus Ostholstein, auch öffentlich bestellt und vereidigt, der klatschnasse Flurwände einfach zufliesen wollte. Das schrieb er auch in seinem Gutachten, so über 15 Seiten lang.
Aber nun folgen einige, die wirklich etwas von ihrem Handwerk verstehen, gründlich und überzeugend arbeiten…. my 2 cents.
Ich beginne mal mit
Professor Wilfried Haker aus Wismar. Sehr freundlich, sehr gründlich, vergleichsweise (da gibt es auch andere Stundensätze) günstig, im Termin gut vorbereitet seine Meinung mit Sachargumenten verteidigend.
Dipl.-Ing Annett Bendfeldt aus Ahrensburg. Meines Wissens momentan nicht öffentlich bestellt und vereidigt (wohl private Gründe), im Gerichtstermin sehr überzeugend, aber auch vor Ort – durchaus in der Lage, manchen Handwerker von der Mangelhaftigkeit seiner Leistung zu überzeugen und spart so manchen Prozess.
Dipl.-Ing Finn Kempin aus Hamburg. Meist sehr vernünftige und überzeugende Gutachten, recht zügig aber gründlich in den Ortsterminen.
Ing. Ralf Schumacher aus Pogeez. Gut, nicht preiswert, aber leider regelmäßig so ausgebucht, dass man mit Gutachten länger rechnen muss als gewöhnlich.
Dipl-Ing. Gunter Hankammer aus Hamburg. Öffentlich und bestellt nicht nur für den Bereich Schäden an Gebäuden, sondern auch für Schimmelpilze und andere Innenraumschadstoffe sowie HOAI-Fragen. Sehr überzeugende Gutachten, didaktisch hervorragend hergeleitete Erläuterungen auch im Termin, Autor zahlreicher Fachbücher.
Das soll keine Focus- oder sonstwieListe sein oder werden, daher mache ich hiermit einfach mal Schluss. Wer weiß, wie bedeutsam Sachverständige für den Ausgang eines Prozesses sind, wird verstehen, warum solche Empfehlungen Sinn machen.:-)


Von denen hängt wirklich viel ab. Ich hab in der Zivilstation mal erlebt, wie ein Immobilienwertgutachten, das ich als Laie in der Akte vorher recht plausibel fand, im Termin vom Klägervertreter durchaus überzeugend zerpflückt wurde. Der Gutachter stand nach 4 h nicht mehr besonders gut da.
Meine persönliche Erahrung mit einem Gutachten von Herrn Hankammer:
Sehr umfangreich, da seitenweise Texte aus dem Internet und einschlägigen Fachbüchern zitiert werden. Daran gemessen wenig eigene Substanz. Statt eigener Untersuchungen Nachfordrn weiterer Unterlagen. Erweckt den Eindruck, kostentreibend weitere Gutachten erstellen zu wollen.Stundensatz akzeptabel, Zahl der abgerechneten Stunden unglaubwürdig. Auftritt vor Gericht muß ohnehin extra vergütet werden.
Soweit mein saubjektiver Eindruck. Würde ihn nur noch mit eng begrenzter Aufgabenstellung und nach vorherigem Kostenvoranschlag beauftragen wollen.
Das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Eigene Untersuchung kosten, das Nachfordern von Unterlagen ist oft notwendig. Und alle Sachverständigen lassen sich nach dem JVEG die Anhörungen vor dem Gericht gesondert vergüten.