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	<title>Der Rechthaber &#187; Allgemein</title>
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	<description>law suit, anyone?</description>
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		<title>Richterliche Revolution im Mietrecht</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Mar 2012 17:53:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtliches]]></category>

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		<description><![CDATA[Folgenden Hinweisbeschluss erhielt ich heute: &#8220;Das Gericht folgt nicht der wohl überwiegend (noch) vertretenen Auffassung zum alten Mietrecht vor dem Jahre 2001, dass der Mieter darlegungs- und beweisbelastet ist für das Vorliegen eines behaupteten Mangels an der Mietwohnung.&#8221; Ich rückte meine Brille zurecht. Nicht verlesen. Es geht weiter: &#8220;Gem. § 535 Abs. 1 BGB ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Folgenden Hinweisbeschluss erhielt ich heute:</p>
<p><em>&#8220;Das Gericht folgt nicht der wohl überwiegend (noch) vertretenen Auffassung zum alten Mietrecht vor dem Jahre 2001, dass der Mieter darlegungs- und beweisbelastet ist für das Vorliegen eines behaupteten Mangels an der Mietwohnung.&#8221;</em></p>
<p>Ich rückte meine Brille zurecht. Nicht verlesen. Es geht weiter:</p>
<p><em>&#8220;Gem. § 535 Abs. 1 BGB ist es eine Hauptpflicht des Vermieters, dem Mieter den Gebrauch der Mietsache während der Mietzeit zu gewähren und diese dem Mieter in einem zum vertragsgemäßen Zustand geeigneten Zustand zu erhalten. Mit anderen Worten: Der Vermieter muss gewährleisten, dass die Mietsache sich während der Mietzeit in einem Zustand befindet, der dem vertragsgemäßen Gebrauch entspricht. Dann aber kann im Rahmen der sogenannten sekundären Darlegungslast bzw. der erhöhten Substanziierungspflicht lediglich folgendes gelten:</em></p>
<p><em>Der Mieter muss zunächst einmal darlegen, worin er konkret einen Mangel sieht. Sodann ist der Vermieter gemäß § 535 Abs.1 BGB darlegungs- und beweisbelastet dafür, dass die Sache mangelfrei ist und nicht diejenigen Mängel aufweist, den der Mieter behauptet.&#8221;</em></p>
<p>Konkret: dem Gericht genügt es, wenn der Mieter behauptet, die Räume in der Wohnung würden nicht 20 Grad warm. Das bloße Bestreiten durch den Vermieter genüge nicht: die &#8220;Hauptdarlegungslast&#8221; sei auf seiner Seite mit der Konsequenz, dass nun der Vermieter für die mangelfreie (warme) Wohnung beweisbelastet ist und auch den Vorschuss für den Sachverständigen zahlen muss.</p>
<p>Das ist, gelinde gesagt, neu.  Einhellige Meinung (unabhängig von der Frage des Maßes der Substantiierung, wie etwa zuletzt vom BGH im Beschluss vom 25.10.2011, VIII ZR 125/11, erörtert) war, dass der Mieter das Vorliegen eines Mangels darlegen und beweisen muss.  Von diesem Grundsatz gab es Ausnahmen bei komplizierten Verursachungsfragen (Fogging; Schimmel usw &#8211; dort wird nach Herrschaftssphären differenziert). Bei der Beheizbarkeit einer Wohnung gab es keine Beweislastumkehr (siehe auch BGH NZM 2004, 776).</p>
<p>Das Amtsgericht Hamburg-Bergedorf macht also die Tore weit auf für eine mieterfreundliche Mängelwelt (Beschluss vom 21.2.2012, 409 C 192/11).  Mal gucken was daraus wird.</p>
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		<title>Zeithonorar: eine Stunde pro Seite gedanklicher Erarbeitung</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Feb 2012 10:57:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Landessozialgericht Rheinland-Pfalz hat eine interessante Richtschnur erarbeitet, die auch für die Überprüfung von Zeithonoraren bei Anwälten relevant sein könnte: Danach ist als Anhaltspunkt des Zeitaufwands für die gedankliche Erarbeitung eines gerichtlichen Gutachtens durch den Sachverständigen pro Seite des Kernbereichs etwa eine Stunde zu veranschlagen (Beschluss vom 16.11.2011, L 5 P 55/10). Mit &#8220;Kernbereich&#8221; meint [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Landessozialgericht Rheinland-Pfalz hat eine interessante Richtschnur erarbeitet, die auch für die Überprüfung von Zeithonoraren bei Anwälten relevant sein könnte:</p>
<p>Danach ist als Anhaltspunkt des Zeitaufwands für die gedankliche Erarbeitung eines gerichtlichen Gutachtens durch den Sachverständigen pro Seite des Kernbereichs etwa eine Stunde zu veranschlagen (Beschluss vom 16.11.2011, L 5 P 55/10).</p>
<p>Mit &#8220;Kernbereich&#8221; meint der Senat die Ausführungen im Gutachten, welche nicht die Wiedergabe des Beweisthemas, Vorbemerkungen oder Quellenangaben betreffen.</p>
<p>Überträgt man dies auf anwaltliche Stundenvergütungen, so wird man für jede Seite eines Schriftsatzes ca. 1 Stunde Honorarvergütung ansetzen können &#8211; sicherlich nur im Rahmen einer Plausibilitätskontrolle, aber immerhin. Klar ist immer, dass es dabei auf den Einzelfall ankommt, auch auf die Entwicklung eigener Gedanken und nicht auf die bloße Wiedergabe oder Bezugnahme auf andere Texte oder Quellen.</p>
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		<title>Anwaltsapp &#8211; was der rechtssuchende Bürger braucht.</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 07:06:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Welt juristischer Appvorschläge fehlt das Offenkundige. Ab und zu fragen Mandanten, ob man denn &#8220;mit aller Schärfe&#8221; seine Interessen verfolgen würde. Einer wünschte mal einen &#8220;Hardliner&#8221;, der andere  einen &#8220;Beisser&#8221;. Ich habe die Lösung. Eine qualitativ gute App ist da in der Lage, dem Bürger weiterzuhelfen. Sie sollte die über 150000 Anwälte in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Welt<a href="http://blog.random-coil.de/2012/02/coole-neue-app-fur-rechtsanwalte-schult-gutes-benehmen-in-der-vollversion-wird-die-haarscharf-an-der-beleidigung-vorbeigehende-formulierung-vorgeschlagen/"> juristischer Appvorschläge</a> fehlt das Offenkundige.</p>
<p>Ab und zu fragen Mandanten, ob man denn &#8220;mit aller Schärfe&#8221; seine Interessen verfolgen würde. Einer wünschte mal einen &#8220;Hardliner&#8221;, der andere  einen &#8220;Beisser&#8221;.</p>
<p>Ich habe die Lösung. Eine qualitativ gute App ist da in der Lage, dem Bürger weiterzuhelfen. Sie sollte die über 150000 Anwälte in Deutschland durchforsten &#8211; nicht nur nach den Fachbereichen, sondern auch danach, ob die Kollegin oder der Kollege in der Lage ist, über berufsrechtliche Grenzen hinweg in der Sitzung zuzuschlagen&#8230; also anständig zu beleidigen, zu tricksen oder ähnlich schnieke Dinge. Auch die örtlichen Dialekte sollten berücksichtigt werden (was soll man etwa mit einem Kollegen, der zwar prima beleidigt, aber niederbayrisch spricht, in Berlin anfangen). Und so.</p>
<p>Ich entwickle das mal. Der Einstandspreis sollte unter fünf Euro liegen.  Man will ja den Bürger nicht abschrecken.</p>
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		<title>Gauck als Bundespräsident &#8211; die einzig logische Lösung</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Feb 2012 20:45:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Politisches]]></category>

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		<description><![CDATA[Juristen halten Motivirrtümer für unbeachtlich. Kauft man ein Fahrzeug in der irrigen Annahme, vier große Reisekoffer würden hineinpassen und stellt sich dies als Irrtum heraus, kann man den Kaufvertrag nicht anfechten. Das mag für das Kaufrecht gelten. Aber auch für die Bundespräsidentenwahl? Hätten die Wahlfrauen und Wahlmänner der Bundesversammlung Ende Juni 2010 gewusst, dass Christian [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Juristen halten Motivirrtümer für unbeachtlich. Kauft man ein Fahrzeug in der irrigen Annahme, vier große Reisekoffer würden hineinpassen und stellt sich dies als Irrtum heraus, kann man den Kaufvertrag nicht anfechten. Das mag für das Kaufrecht gelten. Aber auch für die Bundespräsidentenwahl?</p>
<p>Hätten die Wahlfrauen und Wahlmänner der Bundesversammlung Ende Juni 2010 gewusst, dass Christian Wulff offenkundig Altlasten wie nun deutlich geworden mit sich herumträgt&#8230; es wäre vielleicht unwahrscheinlich, dass er dann noch gewählt worden wäre. Gut, vielleicht hätte die CDU einen anderen Kandidaten aufgestellt. Aber: das Hinzudenken von Ersatzursachen gildet nicht, sagt eine der Regeln der hypothetischen Kausalität.</p>
<p>Joachim Gauck ist also so zu stellen wie er stehen würde, hätte Wulff bei seiner Wahl Ende 2010 die Bundesversammlung über seine &#8220;geschäftlichen Aktivitäten&#8221; aufgeklärt.  Dann hätte Wulff gar nicht erst gewählt werden dürfen &#8211; das ergibt schon ein Blick in Art. 55 II GG, wonach geschäftliche Abhängigkeiten des Bundespräsidenten grundsätzlich strikt verboten sind (er darf zB keinen Beruf, kein Gewerbe ausüben oder der Leitung oder dem Aufsichtsrat eines Unternehmens angehören).  Hier deutet bereits die Verfassung selbst an wie wichtig vor allem die wirtschaftliche Unabhängigkeit des Bundespräsidenten selbst ist. Die Wahlfrauen und -männer am 30.6.2010 hätten &#8211; notfalls auf Weisung der Parteien hin &#8211; diese Regel beachten müssen.</p>
<p>Schon daher verbietet sich jede Diskussion über die Kandidatur einer anderen Person als Joachim Gauck.</p>
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		<title>Diebstahl &#8211; für immer unbestraft</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 15:58:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Essbares]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtliches]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Mandantin leidet unter einem, wie der Sachverständige es nennt, demenziellen Abbauprozess. Sie betritt einen Supermarkt, legt nach und nach ein oder zwei Sachen in ihren Einkaufskorb, und verlässt den Markt &#8211; ohne zu bezahlen -  wieder durch den Eingang, stellt den Korb zurück an den Sammelplatz, geht zum Bäcker, kauft ein Brot, geht dann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Mandantin leidet unter einem, wie der Sachverständige es nennt, demenziellen Abbauprozess.</p>
<p>Sie betritt einen Supermarkt, legt nach und nach ein oder zwei Sachen in ihren Einkaufskorb, und verlässt den Markt &#8211; ohne zu bezahlen -  wieder durch den Eingang, stellt den Korb zurück an den Sammelplatz, geht zum Bäcker, kauft ein Brot, geht dann zu dem schon weggestellten Korb, nimmt die Sachen heraus und verlässt den Supermarkt mit den Sachen und dem gekauften Brot.</p>
<p>An der Tür vom Hausdetektiv angehalten, bestreitet sie, die Ware nicht bezahlt zu haben. Sie ist sicher, die Ware an der Kasse bezahlt zu haben. Details erinnert sie nicht.</p>
<p>Tatsächlich ist die Mandantin, erst Mitte fünfzig, mittlerweile etwas dement.  Auch der Psychiater gelangt  zu dem Ergebnis,  es sei nicht auszuschließen, dass die Mandantin das nicht mehr erinnert und daher schuldlos gehandelt hat.</p>
<p>Das Bundeszentralregister weist eine Vielzahl von Eintragungen auf &#8211; wegen Ladendiebstahls.  Vor der Begutachtung gab es auch schon Freiheitsstrafe &#8220;pur&#8221;.</p>
<p>Nun jedoch scheint sich das Blatt zu wenden. Übrigens auch für die Supermärkte im hiesigen Umfeld. Sollte sie wegen Schuldunfähigkeit im nächsten Verfahren freigesprochen werden, kann sie umsonst einkaufen gehen, solange ihr (trauriger!) Zustand das zulässt.</p>
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		<title>18,8 Tage durchschnittliche Prozessdauer.</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 21:49:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Berufliches]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtliches]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Justiz des Vatikanstaates würde über das bundesdeutsche Justizbeschleunigungsgesetz, würde es dort gelten, nur müde lächeln. Die dortige Justiz benötigt für die Abarbeitung eines Verfahrens durchschnittlich 18,8 Tage und hat damit  die durchschnittliche Dauer der Verfahren im Vergleich zum Vorjahr fast halbiert (36 Tage). Und niemand soll sagen, dies läge daran, dass es da unten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Justiz des Vatikanstaates würde über das <a href="http://der-rechthaber.de/beschleunigung-fangt-unten-an/">bundesdeutsche Justizbeschleunigungsgesetz</a>, würde es dort gelten, nur müde lächeln. Die<a href="http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/44246.html"> dortige Justiz</a> benötigt für die Abarbeitung eines Verfahrens durchschnittlich 18,8 Tage und hat damit  die durchschnittliche Dauer der Verfahren im Vergleich zum Vorjahr fast halbiert (36 Tage).</p>
<p>Und niemand soll sagen, dies läge daran, dass es da unten keine Prozesse gäbe. Das Gegenteil ist der Fall: auf 492 Vatikanbürger kamen im letzten Jahr 640 Zivil- und 226 Strafverfahren, fast also zwei Prozesse pro Kopf pro Jahr. Das übertrifft die Prozessfreudigkeit der bundesdeutschen Bevölkerung um ein <a href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Fachveroeffentlichungen/Rechtspflege/GerichtePersonal/GeschaeftsentwicklungGerichtStaatsanwalt,templateId=renderPrint.psml">Vielfaches.</a></p>
<p>Bedenkt man zudem, dass die<a href="http://www.rom.diplo.de/Vertretung/rom/de/04/Familie__Leben/Juristische_20Hilfe/SeiteRechtsverfolgung.html"> italienische Justiz</a> im Schnitt drei bis fünf Jahre für ein Verfahren benötigt, ist man also hinter dem Petersplatz  sechzig bis hundertmal so schnell wie ein paar Meter weiter der italienische Straf- oder Zivilrichter.</p>
<p>Hm. Ich werde zukünftig versuchen, in bestimmten Fällen Gerichtsstandsvereinbarungen zu schließen&#8230; wenn das dann so einfach ginge&#8230;</p>
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		<title>PEBB§Y und Bausachen &#8211; oder: was erlauben Andersen?</title>
		<link>http://der-rechthaber.de/pebb%c2%a7y-und-bausachen-oder-was-erlauben-andersen/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Jul 2011 07:14:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Berufliches]]></category>
		<category><![CDATA[Unlogisches]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war einmal vor einigen Jahren, als die Personalbedarfsberechnungssysteme (PEBB§Y) in der Justiz Einzug hielten. Die Wirtschaftsberatungsgesellschaft Arthur Andersen Business Consulting GmbH erstellte 2003 ein Gutachten, welches im Wesentlichen von den einzelnen Bundesländern übernommen wurde. Dort wird festgelegt, wieviel Zeit ein Justizangehöriger durchschnittlich für welche Tätigkeit benötigt. Ich erspare an dieser Stelle die Einzelheiten. Für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war einmal vor einigen Jahren, als die Personalbedarfsberechnungssysteme <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/PEBB%C2%A7Y">(PEBB§Y</a>) in der Justiz Einzug hielten. Die Wirtschaftsberatungsgesellschaft Arthur Andersen Business Consulting GmbH erstellte 2003 ein Gutachten, welches im Wesentlichen von den einzelnen Bundesländern übernommen wurde. Dort wird festgelegt, wieviel Zeit ein Justizangehöriger durchschnittlich für welche Tätigkeit benötigt. Ich erspare an dieser Stelle die Einzelheiten. Für die Zivilkammern am Landgericht etwa wurde festgelegt, dass eine Prozessakte über gewerblichen Rechtsschutz durchschnittlich in 430 Minuten, eine Mietsache in 410 Minuten, eine Verkehrsunfallsache in 700 Minuten und eine Bausache in 800 Minuten erledigt sein sollen.  Diese Zahlen wurden in manchen Bundesländern zwar bald <a href="http://www.richtervereinsachsen.de/pdf/270509.pdf">leicht korrigiert</a> (Bausachen nun 872 Minuten, Verkehrsunfälle 620), aber das System ist vom Grundsatz geblieben und wird, soweit ersichtlich, fleissig beachtet (zynische Töne allerdings hört man nicht nur auf den Gerichtsfluren, sondern liest sie auch im <a href="http://www.amtsrichterverband.com/LinksNeueBeitr/Mit%20PEBB.htm">weltweiten Netz</a>).</p>
<p>Ich kenne Arthur Andersen nicht. Und ich habe auch sein Gutachten nicht vollständig gelesen. Das brauche ich aber auch nicht, um festzustellen, dass PEBB§Y jedenfalls in meinen Dezernaten nicht wirklich funktioniert.</p>
<p>Kein Richter wäre in der Lage, die meisten meiner Bauakten, die sich in meinem Dezernat in den letzten Jahren angesammelt haben, auch nur in 14,5333333 Stunden zu bearbeiten. Sie sind dick, umfassen regelmäßig mehr als 250 Blatt aufwärts (bis zu 5000 Blatt pro Prozess) und warten alle auf einen Sachverständigen, der dann nach Erstellung des Gutachtens in einer mehrstündigen Beweisaufnahme anzuhören ist. Von dem dann zu fertigenden Urteil will ich gar nicht erst reden.  Grishambücher habe ich nie unter 5 Stunden geschafft. Und die musste ich schließlich nur <strong>lesen.</strong></p>
<p>Momentan habe ich in meinem &#8220;Bestand&#8221; (u.a.) 27 Bauakten als Prozessakten vor dem Landgericht. Die dünnste ist ca. 120 Blatt stark und entwickelt sich gerade explosionsartig. Einige dümpeln im langsamen Justizfahrwasser herum, sind mitten in der Beweisaufnahme und ca. 300 Blatt dick (hier gab es schon einen ersten Termin vor der Kammer, ferner liegt ein Sachverständigengutachten vor). Hier schätze ich den richterlichen Aufwand auf zwischen 3 bis 15 h. Die meisten Akten jedoch bestehen aus mehreren Bänden, weit mehr als 500 Blatt und werden, sofern sie nicht ein Vergleich erlöst, jegliche Statistik sprengen.</p>
<p>Und nein, ich bin kein Einzelfall. Spricht man mit Fachanwaltskollegen (Bau- und Architektenrecht), so wird dieser Eindruck bestätigt. Jeder hat mindestens einige &#8220;Gürteltiere&#8221;, die die Statistik so nach oben ziehen, dass die Personalberechnungsdingsdas nur mit den Ohren schlackern würden.</p>
<p>Demzufolge sind die Baukammern, bei denen ich verhandle, nahezu alle hoffnungslos überlastet. Und das hat nichts mit der ohnehin schon bekannten Überlastung der Justiz zu tun. In einigen Verfahren, die schon Jahre dauern, gab es noch nicht einmal einen ersten Termin. In anderen Verfahren gab es zwar einen, aber seitdem hat der geneigte Rechtssuchende vom Gericht danach nie wieder etwas gehört. Die Sachen, die von den engagierten Richtern gefördert werden, sind ebenfalls schon Jahre anhängig: Gutachten, Ergänzungsgutachten, Zeugenvernehmungen usw.</p>
<p>Niemand wird mir einleuchtend erklären können, warum ein Verkehrsunfallprozess fast genauso lange (also nur 1/3 der Zeit weniger) als  einer meiner Bauprozesse dauern soll. Umgekehrt sind es die Arzthaftungskammern etwa des LG Lübeck oder des LG Hamburg , welche manchmal zwölfstündige Sitzungstage haben &#8211; warum wohl&#8230;</p>
<p>Was also erlauben Andersen?</p>
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		<item>
		<title>Ich bin es nicht.</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Feb 2011 17:41:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein offenbar in Berlin ansässiges callcenter meldet sich bei Ihnen, um Ihnen in meinem Namen Ware anzudrehen? Heute erhielt mein Büro eine Vielzahl von Anrufen Betroffener.  Auch an dieser Stelle: ich habe damit nichts zu tun.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein offenbar in Berlin ansässiges callcenter meldet sich bei Ihnen, um Ihnen in meinem Namen Ware anzudrehen?</p>
<p>Heute erhielt mein Büro eine Vielzahl von Anrufen Betroffener.  Auch an dieser Stelle:</p>
<p>ich habe damit nichts zu tun.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>On the beach. Italienische Version.</title>
		<link>http://der-rechthaber.de/on-the-beach-italienische-version/</link>
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		<pubDate>Sat, 07 Aug 2010 16:22:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach einigen Tagen Kultur war Entspannung angesagt. K2 und ich beschlossen daher, dem italienischen Strandleben zu frönen. Wir hatten am Abend unserer Ankunft an der Amalfiküste bereits die ersten Erfahrungen mit den italienischen Stränden gemacht, die ich jedoch nicht allzu ernst genommen hatte. Als wir aus dem Wasser stiegen, stand neben unseren Utensilien ein Bademeister [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach einigen Tagen Kultur war Entspannung angesagt.</p>
<p>K2 und ich beschlossen daher, dem italienischen Strandleben zu frönen. Wir hatten am Abend unserer Ankunft an der Amalfiküste bereits die ersten Erfahrungen mit den italienischen Stränden gemacht, die ich jedoch nicht allzu ernst genommen hatte. Als wir aus dem Wasser stiegen, stand neben unseren Utensilien ein Bademeister mit strengem Blick, der uns in bestem Italienisch deutlich machte, dass es so nicht ginge. Gut, wir hatten unsere Sachen in einem Strandabschnitt abgelegt, der vor Liegen und Schirmen nur so wimmelte&#8230;. und Badegäste, die den Strand ohne Liege nutzten, gab es &#8211; außer uns  &#8211; dort keine. Ich versicherte dem Meister des Strandes, dass wir am nächsten Tag ganz gewiss dort eine Liege mieten würden, zog mich rasch an, verschwand mit K2 aus dem dortigen Machtbereich und ließ mich da nie wieder blicken.</p>
<p>Heute sollte uns das nicht wieder passieren.</p>
<p>An einem Strandabschnitt angekommen, der mit grünen Sonnenschirmen und grünen Liegestühlen so dicht gepflastert war, dass das Passieren anderer Strandgäste ohne Kollision fast unmöglich war, fanden wir bald &#8211; in der dritten Reihe &#8211; einen freien Schirm mit zwei dazugehörigen Liegen. Vorsichtshalber hatte ich einen Zwanzigeuroschein mitgenommen, der nach meinen losen Berechnungen auch für ein paar Snacks und Getränke reichen sollte. Kurz nachdem wir uns ausgebreitet hatten, erschien der Meister dieses Strandabschnitts mit erhobenem Zeigefinger und schüttelndem Kopfe. Nein, ein &#8220;Ticket&#8221; für diesen Liegeplatz hatten wir nicht, aber wir waren ja willig zu bezahlen. Der Inhaber des Sandes sagte &#8211; auch er sprach hervorragendes Italienisch -, dass diese Reihe nur den Gästen des Hotels &#8220;Panorama&#8221; vorbehalten sei und dass wir mangels Tickets &#8211; hier hatte er natürlich recht &#8211; nicht Gäste desselben seien. Ich fragte ihn ganz offen, ob es denn an seinem Strand auch für uns zugängliches Grün gäbe und fand in der Tasche den Zwanziger, ihm andeutend, dass wir ohnehin vorhatten zu zahlen &#8211; etwas zu zahlen. Der Meister verwies auf einen Schirm in der letzten Reihe, dort, neben der &#8220;Signorita&#8221;, packte unsere Sachen und verbrachte uns zu einem anderen Grün mit einer Grundfläche von ca. 1,2qm, welches praktischerweise unmittelbar neben der Toilette und der Umkleide lag. Meinen Zwanziger hatte er zu diesem Zeitpunkt schon längst. Für kurze Zeit verschwand er, um dann mit einem handgeschriebenen Beleg zurückzukehren, auf dem die Nummer des Schirms, das Datum und als Quittungsbetrag &#8220;20 Euro&#8221; eingetragen war.</p>
<p>Wir gingen baden. Vom Wasser aus zählten wir die Schirme und rechneten. Allein das frische Grün fand sich 25 x 8 mal, also 200 mal, pro Schirm 20 Euro macht 4000 Euro pro Tag&#8230; insgesamt gab es 8 Strandabschnitte, das macht 32.000 Euro pro Tag, im Monat also ca. eine Million Euro für den Ort. Das läppert sich.</p>
<p>Übrigens hatten wir keine Probleme damit, vom Meer aus die Schirme zu zählen. Es war nämlich leer. Nur wir und ein paar vereinzelte Italiener badeten, alle anderen 3195 Badegäste befanden sich auf  ihren Liegen oder standen am Strand und starrten auf die See, letzteres vermutlich dann wohl doch kostenlos.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-768" href="http://der-rechthaber.de/on-the-beach-italienische-version/amalfibeach/"><img class="alignnone size-medium wp-image-768" title="amalfibeach" src="http://der-rechthaber.de/wp-content/uploads/amalfibeach-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a></p>
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		<title>Hilfe.</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 11:50:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Unmenschliches]]></category>

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		<description><![CDATA[Normalerweise verstehe ich unter dem Begriff &#8220;abgebrannt&#8221; eine leere Geldbörse. Aber leider kann auch die ursprüngliche Bedeutung des Wortes wieder aufleben, dies unter grausamen Umständen. Erfahren musste dies die Familie von Carola, die mit ihrem Mann einst auch an dem Umzug dieses Blogs beteiligt war. Und nun dringend Hilfe braucht, am besten in Form von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Normalerweise verstehe ich unter dem Begriff &#8220;abgebrannt&#8221; eine leere Geldbörse. Aber leider kann auch die ursprüngliche Bedeutung des Wortes wieder aufleben, dies unter grausamen Umständen.</p>
<p>Erfahren musste dies die Familie von Carola, die mit ihrem Mann einst auch an dem Umzug dieses Blogs beteiligt war. Und nun dringend Hilfe braucht, am besten in Form von Spenden.</p>
<p>Mehr zu all dem findet man hier:</p>
<p><a href="http://www.abgebrannt-wir-helfen.de/spenden/"><img src="http://www.abgebrannt-wir-helfen.de/wp-content/uploads/2010/07/220x220.jpg" alt="" /></a></p>
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