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Noch´n Gedicht.

Samstag, 28. Februar 2009 | Autor: Michael

Für muh-muh und alle anderen halbwegs Schachinteressierten kurz was von gestern abend:

Stellung nach dem 28. Zug von Schwarz (28…g6). Wie gewinnt Weiß?

Auf geht´s: weiter…

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Wolfgang kommt doch schon.

Donnerstag, 26. Februar 2009 | Autor: Michael

Gestern, Sport. In der Männerumkleide. Von draußen hört man Geschreie. Einer Frau. Steht offenbar vor der Tür. “Wolfgang, nun komm endlich!”

Einer der fast angezogenen Herren guckt zur Tür. Zieht sich hektisch weiter an. Ruft zurück: “Komm doch schon! Warte!”

Von draußen, deutlich vernehmbar für alle fast Angezogenen: “Wo bleibst du denn?? Ich will endlich los!”

Wolfgang stopft sein Hemd in die Hose, murmelt was in seinen Bart, greift zu seinen Schuhen. “Jaaa doch!”

Vor der Tür: “Ich hab da soooo satt!!!! Immer trödelst du so!” Wolfgang stolpert. Zur Tür. Kein Wunder. Die Schnürsenkel sind nicht zu.  Guckt sich nochmal kurz um. Was vergessen?

Der Rest der fast Angezogenen bedeutet ihm: nein. Alles mit. Er könne gehen. Lieber schnell. Wolfgang öffnet die Tür.

Vor ihm die wohl Angetraute: “Da bist du ja endlich! Ich steh hier schon seit Stuuuuuuuuunden rum! Was machst du da bloߟ immer! Bin schon so laaaange fertig und waaaaaaaaaaaaaarte nur auf dich!!”

Wolfgang schließt die Tür hinter sich. Die fast Angezogenen sehen sich an. Und finden, dass sich Wolfgang sehr schnell angezogen hat. Ach Wolfgang.

Thema: Allgemein, Eheliches | 28 Kommentare

Lucidum intervallum.

Dienstag, 17. Februar 2009 | Autor: Michael

Manchmal spielt der Rechthaber auch Schach. Und selten mal gut. Am Montag war es mal wieder so weit. Allerdings verlor seine Mannschaft dann auch gleich mit 2:6.

Alle, die nichts vom Schach verstehen, bitte weglesen. Ich bitte um Nachsicht.

Also:

Stellung nach 26 Zügen, der Rechthaber hat Weiß. Weiß am Zug gewinnt.

Na? Sieht einer die Kombi?

O.k.:

27. Sd7 gewinnt eine Figur.

Denn nach 27…Sxd7 28. Dxe7 Ta8 29. Txa8 Lxa8 30.Dxd7 Dxd7 31.Lxd7 Lxd5 32. Sxb6

sieht es so aus:

Mit Mehrfigur und Schwarz gab nach weiteren 15 Zügen auf.

Manchmal erschreckt man sich richtig vor sich selbst. 27. d6 gewann auch, aber weniger hübsch und weniger Material.

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Sail away.

Sonntag, 15. Februar 2009 | Autor: Michael

Gorch Fock im Schnee, gestern in Kiel, Tirpitzmole. Mit – kaum erkennbar – Hund im Tümpel.

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Las Vegas-Vergleich.

Samstag, 7. Februar 2009 | Autor: Michael

So heißt der von Ballmann bereits erwähnte Monte Carlo-Vergleich auch in gewissen Gegenden.

Ganz spannend ist eine Entscheidung des OLG Frankfurt, die durch Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerde durch den BGH am 23.10.2008 rechtskräftig wurde (VII ZR 68/08):

Dort hatte der Schuldner die Zahlungsfrist um 107 Minuten überschritten, so dass der Gläubiger die gesamte Forderung und nicht nur den im Falle fristgemäßer Zahlung vereinbarten Teil geltend machte (356.492,86 Euro statt 190.000 Euro). Der Senat meinte, dies würde gegen Treu und Glauben verstoßen, mit etwas merkwürdiger Begründung abstellend auf den Einzelfall.

Bis dato kannte ich nur die Formulierung “Monte Carlo-Vergleich”; bin nun mal wieder schlauer (grad gelesen bei IBR 2009, 75).

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Zum Tackerunwesen.

Mittwoch, 4. Februar 2009 | Autor: Michael

Jeder kennt sicherlich diese kleinen, nützlichen Zinkdinger:

(source: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/db/Heftklammer.jpg/180px-Heftklammer.jpg).

Allerdings neigt die Justiz dazu, sie zu mißbrauchen. Regelmäߟig rammen die Mitarbeiter der Geschäftsstellen der Gerichte ganze Zinkvorkommen in ein “Postausgangsstück”. Besonders beliebt ist es, dickere Gutachten mit dem inhaltslosen Anschreiben des Gerichts zu tackern. Und zwar genau oben in der Mitte. Mehrfach.

Dann helfen auch die mittlerweile im Gebrauch anzutreffenden Enttackerungsgeräte auch nicht wirklich weiter, da gewisse Geschäftsstellen es schaffen, sogar 40-50 Seiten mit einem Tackerdings gleichzeitig zu versorgen. Allein das gewaltsame Öffnen des Posteingangs – man kann das Gutachten geschickterweise so ja auch nicht umblättern – kann durchaus einige Minuten in Anspruch nehmen.

Sollte also einer der geneigten Leserinnen oder Leser zufällig zu denen gehören, die mit Freude 30 Blatt und mehr durchtackern, so will ich Ihnen diese Freude ja generell gar nicht nehmen – benutzen Sie doch Ihre Stapel Altpapier zu Hause und tackern Sie was das Zeug hält. Aber mich verschonen Sie bitte damit. Behalten Sie Ihren Zinkkram.

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Einsichten. Nicht nur in Bebauungspläne.

Dienstag, 3. Februar 2009 | Autor: Michael

Zu den Aufgaben des Rechthabers gehört es auch, bei Gemeinden in die ausliegenden Bebauungspläne bzw. -entwürfe einzusehen.

Bei einer der umliegenden Gemeinden ist dies immer ein besonderes Erlebnis. Gar nicht mal aus juristischen Gründen – mittlerweile weiß ja sogar ich, dass die Bebauungspläne bzw. Planentwürfe nicht dort aushängen, wo in der amtlichen Bekanntmachung angegeben (Zimmer 10), sondern immer ein paar Zimmer weiter um die Ecke im Flur herum (irgendwie muss man ja mögliche Verfahrensfehler schaffen…). Nein, aus anderen Gründen. Diese eine bewusste Gemeinde ist für gewisse Besonderheiten bekannt.

Einmal, Jahre her, ich starrte wieder auf irgendwelche Planzeichen, kopierte eine Mitarbeiterin der Gemeinde am damals noch in der Nähe stehenden Kopiererer sicherlich wichtige Unterlagen. Als ich kurz darauf nochmals mit einem Auge zum Kopierer guckte, war sie nicht mehr allein. Daneben stand der Herr Bürgermeister. Und der stand sehr eng neben der Dame. Sehr eng. Dies gilt auch für die eine Hand des Herrn Bürgermeisters.

Ein anderes Mal, noch zu Zeiten desselben Herrn Bürgermeisters, rannte eine andere Mitarbeiterin weinend an mir vorbei, verfolgt von dem Herrn Bürgermeister, er mit rotem Kopf und heraustretenden Halsschlagadern. Sie schloß sich im Zimmer ein.

Dagegen war es vorgestern eher langweilig. Die Gemeinde hat mittlerweile auch einen neuen Bürgermeister. Die Fraktionen und die Bürger der Gemeinde waren sich einig. Sie wollten den alten nicht mehr. Hinzu kamen strafrechtliche Vorwürfe gegen den alten Bürgermeister. Der Neue ist noch nicht lange im Amt, hatte also auch keine Zeit sich zu “profilieren”. Aber die Stimmung unter den Mitarbeitern wirkte gelassener. Im benachbarten Zimmer (Tür war auf) unterhielten sich zwei Beamte 30 Minuten lang ausführlich über den Trümmerbruch des einen Beamten, den dieser vor Jahren erlitten hat. Gegenüber diskutierte eine Mitarbeiterin mit ihrer Kollegin, wer als nächster in das Dschungldings sollte. Auch 30 Minuten lang. Wichtige Dinge eben.

Aber der Bebauungsplanentwurf, der hing wieder mal nicht im Zimmer 10, sondern sonstwo. Zimmer 10 war dunkel. Und abgeschlossen. Some things remain.

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Wichtige Änderung des Landesschlichtungsgesetzes.

Dienstag, 27. Januar 2009 | Autor: Michael

Der Gesetzgeber hat zumindest teilweise ein Einsehen gehabt und das schleswig-holsteinische Landesschlichtungsgesetz geändert. Ab dem 1.1.2009 muss daher auch bei Streitwerten bis zu 750 Euro in vermögensrechtlichen Streitigkeiten kein Schlichtungsverfahren mehr durchgeführt werden. Bislang konnte man ja ohnehin versuchen, durch vorheriges Mahnverfahren diesen Weg zu umgehen. Ab nun ist Schluss damit.

Allerdings bleibt uns der schlichtungsrechtliche Wahnsinn nach wie vor für Nachbarstreitigkeiten erhalten. Und die Schiedsleute. Bleiben erhalten. Und wer das mal erlebt hat, weiß wovon ich rede. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.

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Bob Dylan.

Dienstag, 27. Januar 2009 | Autor: Michael

Er kommt mal wieder nach Deutschland, für wenige Konzerte, Ende März/Anfang April. Die alles entscheidende Frage ist also mal wieder: soll ich gehen oder soll ich nicht?

An mein letztes und bislang einziges Konzert habe ich durchwachsene Erinnerungen. Hamburg, Herbst 2005, im CCH. Diese Stimme. Mittlerweile hat er über die Jahre so eine Art Sprechgesang entwickelt, eine Mischung aus Krächzen und Sprechen, mit extremer Betonung zum Ende des Satzes hin, jede Zeile die er singt ist fast schon eine Frage. Allerdings gebe ich zu, dass ich 2005 von dieser Band derart begeistert war, dass mir dieser Sprechgesang fast egal war – meinen Freunden allerdings nicht, einer verließ das Konzert..äh.. vorzeitig.

Und nun kommt es noch schlimmer: ich verfüge über gewisse Live-Aufnahmen von Konzerten, die ich mir ab und zu mal anhöre… und mittlerweile immer besser finde. Ich finde sogar seine Art zu “singen” mittlerweile gut. Uh oh.

Die Kritiken seiner Live-Auftritte sind wie immer unterschiedlich, teilweise überwältigend, teilweise ein Verriss. Seine Kommunikation mit dem Publikum … findet nicht statt. Selten stellt er – das gilt schon als Wunder – die Mitglieder seiner Band vor (verstehen kann man ihn dabei übrigens kaum).

Am Rande: den absoluten Aha-Effekt habe ich immer dann, wenn, was oft genug geschieht, andere Musiker mir unbekannte songs von Dylan covern. Jedes Mal denke ich dann “Wow, was für ein grandioser song”, und am Ende sagt der Sänger dann: “Bob Dylan”.

Hm. Hannover wäre am nächsten dran. Hm. Grübel.

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“Kleine Münze”: Beleidigung und Quarkbällchen.

Montag, 26. Januar 2009 | Autor: Michael

Sonntagsmorgen, Bäckerei. Die Schlange der brötchenholenden Mitbürger reicht mal wieder zweimal durch den Laden gewickelt und über die Eingangstür hinaus. Genervte, müde, morgenkaffeelose Gesichter.

Dann ein wildes Geschrei. Ein Junge, etwa vier Jahre alt, ist des langen Wartens müde. Sein Geschwisterchen auch. Vater kriegt seine Kinder, die sich mittlerweile anfangen wechselseitig körperlich zu mißhandeln vor Genervtheit, Ungeduld und Langeweile, nicht mehr unter Kontrolle. Dann sind auch sie endlich dran. Eine der Bäckereiverkäuferinnen bietet dem Knaben, wie dort üblich, ein sog. Quarkbällchen an. Umsonst. Nette Geste, doch.

Knabe sieht Quarkbällchen, welches halb über den Tresen gehalten wird, und die Verkäuferin. Sodann (Knabe):

“Sie uralte Backziege, ich will das nicht!”

Ca. 40 Augenpaare sehen in eine Richtung, gleichzeitig. Nun hellwach, auch ohne Kaffee. Für einen geschätzt Vierjährigen fand ich diese Beleidigung wirklich bemerkenswert. Kleine Münze, ohne Frage. Das arme Genie wurde dann von seinem Vater gemaßregelt. Typisch. Wahre Genies werden immer verkannt.

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