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“Kleine Münze”: Beleidigung und Quarkbällchen.

Montag, 26. Januar 2009 | Autor: Michael

Sonntagsmorgen, Bäckerei. Die Schlange der brötchenholenden Mitbürger reicht mal wieder zweimal durch den Laden gewickelt und über die Eingangstür hinaus. Genervte, müde, morgenkaffeelose Gesichter.

Dann ein wildes Geschrei. Ein Junge, etwa vier Jahre alt, ist des langen Wartens müde. Sein Geschwisterchen auch. Vater kriegt seine Kinder, die sich mittlerweile anfangen wechselseitig körperlich zu mißhandeln vor Genervtheit, Ungeduld und Langeweile, nicht mehr unter Kontrolle. Dann sind auch sie endlich dran. Eine der Bäckereiverkäuferinnen bietet dem Knaben, wie dort üblich, ein sog. Quarkbällchen an. Umsonst. Nette Geste, doch.

Knabe sieht Quarkbällchen, welches halb über den Tresen gehalten wird, und die Verkäuferin. Sodann (Knabe):

“Sie uralte Backziege, ich will das nicht!”

Ca. 40 Augenpaare sehen in eine Richtung, gleichzeitig. Nun hellwach, auch ohne Kaffee. Für einen geschätzt Vierjährigen fand ich diese Beleidigung wirklich bemerkenswert. Kleine Münze, ohne Frage. Das arme Genie wurde dann von seinem Vater gemaßregelt. Typisch. Wahre Genies werden immer verkannt.

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Six feet of snow.

Sonntag, 25. Januar 2009 | Autor: Michael

Das ist dann der traurige Rest:

Überschrift ist eine kleine hommage an Lowell George.

Six feet of snow (Little Feat)

Six feet of snow coming through my radio
It`s raining in stilettos from here clear down to Mexico
My hands they`re numb from hanging on that steering wheel
They`re frozen tight, hope the wind don`t blow me off the road tonight
Don`t you know the ice and snow is sneaking in through my windows
Don`t you know how much I hate to be so cold and so alone
I`m coming home

If it wasn`t for the lines that wind side by side
I`d be lying next to her, next to her tonight

Sweet New Orleans that`s where my girl she waits for me
Hair so long and eyes so green
She`s the prettiest girl I`ve ever seen

Don`t you know the ice and snow
Is sneaking through this boy`s window
Don`t you know how much I hate to be so cold and so alone
I`m coming home

If it wasn`t for the lines that wind side by side
I`d be lying next to her, next to her tonight.

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Mal was losgeworden, was auf der Seele lag.

Freitag, 16. Januar 2009 | Autor: Michael

Allerdings etwas versteckt – links am Rand, S. 942ff.  Schimmelgedöns.

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Die Quote ist unantastbar. Die Menschenwürde nicht.

Donnerstag, 15. Januar 2009 | Autor: Michael

Ja, man kann es durchaus so sehen wie Hellmuth Karasek, der im TV ja eher für RTL unter Vertrag steht und dennoch deutlich hier sagt, was er davon hält.  Bravo Hellmuth.

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Manche mögen´s kalt.

Mittwoch, 7. Januar 2009 | Autor: Michael

Landgericht Kiel, heute vormittag. Termin vor der Zivilkammer ist um 10.00 Uhr anberaumt. Blick auf die Terminsrolle bereitet etwas Sorge; der Vorsitzende hat die nächste Sache für 13.30 angesetzt. Viel Zeit also. Und viel Gemächlichkeit. Nicht weil die vorige 9.00 Uhr Sache dann um 10.10 endet. Überziehen kommt ja vor und macht meistens auch nix.

Nein. Als wir um 10.10 Uhr dann reingehen wollen, bittet uns der Vorsitzende, noch draußen zu bleiben. Er wolle noch lüften. Fenster alle auf. Draußen so um die null Grad. Gut. Wir bleiben auf dem Gang. Er schließt die Tür zum SItzungssaal. 10.15 Uhr. Langsam werden wir nervös. So lange lüften?? 10.20 Uhr. Ich frage den Kieler Kollegen, ob er sicher ist, dass der Vorsitzende sich nicht sozusagen selbst weggelüftet hat. Durch einen Sprung durch das offene Fenster sozusagen. Kollege lacht nervös. 10.25 Uhr. Kollege wirkt noch nervöser als ich. Es reicht. 15 Minuten stoßlüften – mehr kann selbst der Vermieter nicht verlangen. Wir öffnen zaghaft die Tür. Eisige Luft schlägt uns entgegen. Der Herr Vorsitzende liest seelenruhig die Akten. Ob wir nun anfangen könnten. Ja, sicher. Kommen Sie doch hinein. Wir schließen die Fenster und nehmen Platz. Mandant bemerkt nicht unzutreffend: kalt hier. Kollege hüllt sich, Arme kreuzend, in seine Robe. Rechts von mir leichtes Zähneklappern. Vorsitzender blickt auf. Gute Luft hier drinnen, nicht wahr?

Um 12.00 ist dann Schluss. Luft ist mittlerweile wieder verbraucht. Vorsitzender erinnert sich, als ich rausgehe, an seine Zeit vor 30 Jahren beim AG Reinbek. Unter dem Dach habe er da gesessen, Spitzboden quasi. Nur ein Fenster. Auch noch Veluxfenster, man konnte nur das Öffnen und sah den Himmel. Ich spreche mein Bedauern aus. Ehrlich gemeint. Tiefes Bedauern.

Sympathischer Mann übrigens.

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Bernd Buchholz!

Mittwoch, 7. Januar 2009 | Autor: Michael

Neuer Gruner+Jahr – Chef ist Bernd Buchholz.

Meinen Respekt! Wir waren gemeinsam in derselben Arbeitsgemeinschaft für Referendare beim LG Kiel, long time ago; ferner über meinen Doktorvater miteinander verbunden. Ich erinnere noch, dass er dann zwischendurch die Hamburger Mopo mitleitete, nach seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Untersuchungsausschusses des schleswig-holsteinischen Landtages. Zuletzt traf ich ihn vor Jahren in Billund – Legoland, trotz (kurzen und einzigen Jahres-?)Urlaubs klingelte sein Handy ohne Unterlass.

Seine Frau ist Richterin in Ratzeburg Oldesloe (grad gehört) und scheidet.

Nun also Chef über Stern, Brigitte und sonstwas – Glückwunsch auch von dieser Stelle.

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Falckenstein, Weihnachten.

Montag, 29. Dezember 2008 | Autor: Michael

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Aufgebaut in 35 Minuten.

Montag, 22. Dezember 2008 | Autor: Michael

K2 und kv begaben sich vor einigen Wochen zu einem örtlichen Sportartikelladen, um eine Tischtennisplatte zu kaufen. Sie entschieden sich, nach ordentlicher Beratung, für eine Outdoorplatte der Marke Sponeta. Lieferung prompt. Auf Frage des kv, wie lange denn der Aufbau der Platte so dauern möge, der Verkäufer, strahlend: “35 Minuten. Höchstens. Hab ich alleine aufgebaut. War kein Problem.”

Dann kam sie. Erste Lieferung. In den Keller geschleppt, die lächerlichen 50 kg. Ausgepackt. Leider zwei mittelprächtige Dellen. Also wieder zurück das Ganze. Oder auch nicht, denn die Speditionsfirma der Verkäuferin holt das Ding nicht mehr aus dem Keller hoch. Wo es auch heute noch liegt. Egal.

Aber dann. Zweiter Anlauf. Und sie ist heil. Montageanleitung. Plus so 12 Plastiktüten mit Schrauben und sonstwas drin. Geschätzte Zahl der Einzelteile ca. 150.

10. Minute. Alles ausgepackt.

20. Minute. Noch immer auf die Aufbauanleitung gestarrt. Egal. Anfangen.

25. Minute. Seitenplastikteil links mit Schrauben versehen.

35. Minute. Suche Schrauben für Plastikteilrechts. ܜberall. Also in allen Tüten. Nixda. 4 Schrauben mit Länge von soundsoviel mm und Durchmesser von soundsoviel fehlen. Ich rufe an. Bei Sponeta. Kein Problem. Sie schicken sofort eine Tüte mit den Schrauben raus.

4 Tage später. 40. Minute. Tüte mit Schrauben da. Weiter gefummelt. K2 hilft zu Beginn mit. Gestänge angeschraubt. Räder eingesetzt. K2 verlässt entnervt das Chaos. Mittlerweile sind 125 min. um.

130. Minute. Ich drehe alleine Schrauben herum. In ein Plastikteil. K2 kommt hinzu. Schreit: “Das war h2!” Könnte man denken. Ist aber nicht so. Plastikhalterung weist Bissspuren auf. Stellt sich aber bei genauerer Betrachtung als geschmolzenes Plastik heraus. Da hat wohl jemand länger als 35 Minuten im Werk geschmolzen. Pfeifdrauf. Mit Gewalt geht das. In der

155. Minute dann verweist die Montageanleitung auf die Notwendigkeit von zwei Mann – zum Halten der 20 kg schweren Platte, beim Einsetzen in die Verankerung. Sagte der Verkäufer nicht etwas davon, er habe die Platte allein aufgebaut?

185. Minute. Auch 2. Platte mit Hilfe von K2 und km eingehängt. Anleitung sagt nun, dass einer die Platte hochhalten muss während die Blechstreben reingeschraubt werden. Anleitung sein falsch. Bei hochgeklappter Platte passt da gar nix. Also klettert kv unter die wacklige 20 kg leichte Platte und schraubt weiter. Um in der

225. Minute festzustellen, dass die Platte tatsächlich fast fertig ist. Allerdings fehlt ein Plastikteil. War in keiner Tüte. So reibt nun Schraube gegen Metall.

240. Minute. Kv recherchiert im Internet und stellt fest, dass viele dort von einem “kinderleichten Aufbau” sprechen. Frust breitet sich aus. Ein doingyourselfmann im Internet beschwert sich: er habe 2 Stunden gebraucht. Schwache Leistung, findet kv auch. 35 MInuten war doch die Vorgabe. Und dann: irgendein Idiot dort schreibt doch, er habe tatsächlich über 4 Stunden gebraucht. Lächerlich geradezu. Das kann man auch schneller schaffen, oh ja. Und kv beschlieߟt, im entsprechenden Tischtennisplattenaufbauforum auch seine Meinung zur Aufbaudauer kundzutun. Und dabei jeden, der länger als 35 Minuten braucht und nicht allein mit dem Koloss fertig wird, öffentlich zu belächeln.

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Merry Christmas from the family.

Sonntag, 14. Dezember 2008 | Autor: Michael

Ein wenig Satire kurz vor dem Fest gefällig?

Jill Sobule.

[youtube]http://de.youtube.com/watch?v=exIR8zc4BNA[/youtube]

Mom got drunk and Dad got drunk at our Christmas party
We were drinking champagne punch and homemade eggnog
Little sister brought her new boyfriend
He was a Mexican
We didn’t know what to think of him until he sang
Feliz Navidad, Feliz Navidad

Brother Ken brought his kids with him
The three from his first wife Lynn
And the two identical twins from his second wife Mary Neil
Of course he brought his new wife Kay
Who talks all about AA
Chain smoking while the stereo plays Noel, Noel
The First Noel

Cook the Turkey
Turn the ball game on
Mix margaritas when the eggnog’s gone
Send somebody to the Quickpak Store
We need some ice and an extension cord
A can of bean dip and some Diet Rites
A box of tampons and some Marlboro Lights
Halleluja everybody say Cheese
Merry Christmas from the family

Fred and Rita drove from Harlingen
I can’t remember how I’m kin to them
But when they tried to plug their motor home in
They blew our Christmas lights
Cousin David knew just what went wrong
So we all waited out on our front lawn
He threw a breaker and the lights came on
And we sang Silent Night, Silent Night, Oh Silent Night

Cook the turkey turn the ball game on
Make Bloody Mary’s
Cause We All Want One!
Send somebody to the Stop ‘N Go
We need some celery and a can of fake snow
A bag of lemons and some Diet Sprites
A box of tampons and some Salem Lights
Halleluja, everybody say cheese
Merry Christmas from the Family

Feliz Navidad

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Die Kapitulation des Gesetzgebers vor dem Tempo der Justiz

Mittwoch, 3. Dezember 2008 | Autor: Michael

Am 1. Januar 2009 tritt das sogenannte Forderungssicherungsgesetz in Kraft. Eigentlich ging es hier mal nur um das private Baurecht, und das Gesetz bezieht sich auch überwiegend darauf bzw. ändert es ab. Etwas versteckt jedoch, in einer Änderung der Zivilprozessordnung, findet sich etwas völlig Neues:

die vorläufige Zahlungsanordnung.

Da heißt es dann:

Das Gericht erlässt auf Antrag des Klägers wegen einer Geldforderung eine vorläufige Zahlungsanordnung, soweit
1. die Klage nach dem bisherigen Sach- und Streitstand hohe Aussicht auf Erfolg hat und
2. die Anordnung nach Abwägung der beiderseitigen Interessen zur Abwendung besonderer Nachteile für den Kläger gerechtfertigt ist, die sich aus der voraussichtlichen Verfahrensdauer ergeben…

In der Gesetzesbegründung heißt es dann, dass das Gericht eine prognostische Entscheidung zum “Zeitmoment” treffen muss, also die voraussichtlich verbleibende Verfahrensdauer abschätzen soll. Wow. Das kann interessant werden. Vor meinem geistigen Auge erscheint gerade eine Begründung wie “Die Kammer musste eine vorläufige Zahlungsanordnung auch deshalb treffen, weil mit einer Entscheidung in der Sache vor 2012 nicht zu rechnen war.” Sowas schreibt sich ein Richter sicher gerne in die Entscheidung hinein, mag er an der Verzögerung (mit-)schuldig sein oder auch nicht. Spannend ist auch: woher soll der Kläger bzw. sein Prozessbevollmächtigter bei Antragstellung so genau wissen, wie lange das Gericht noch für die Akte und die Entscheidung braucht?

Ohnehin erscheint dann Eile geboten: Artikel 4 des Gesetzes fügt einen § 29 an, wonach die Regelung der vorläufigen Zahlungsanordnung mit Ablauf des 31. Dezember 2009 nicht mehr anzuwenden ist. Mit anderen Worten: sollte der Gesetzgeber die Geltungsdauer des Gesetzes nicht flugs verlängern, so isses mit dem schnellen Glück auch bald wieder vorbei.

Also eine vorläufige vorläufige Zahlungsanordnung, sozusagen. Aha.

P.S.: auf speziellen Wunsch hin eine summary, die banale Version sozusagen :-) Â :

Neujahr: es gibt ein neues Gesetz. Jetzt kannst du schnell klagen und schnell Geld kriegen. Aber du musst dich beeilen! Denn am 31.12.2009 ist alles schon wieder vorbei. Und ich sage: zum ersten Mal räumt der Gesetzgeber ein, dass die Gerichte oft zu langsam sind. Denn sonst hätten wir dieses Gesetz gar nicht nötig.

PPS: (seufz, noch ein spezieller Wunsch) Schnell klagen und viel Kohle!

PPPPPS: Offenbar (siehe comment) hat der Gesetzgeber dann doch entschieden, diesen Unsinn nicht umzusetzen. (19.1.2009)

Thema: Allgemein, Rechtliches, Unlogisches | Beitrag kommentieren

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