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Archiv für die Kategorie » Bauliches «

Das zugemauerte Wohnzimmerfenster

Montag, 11. November 2013 | Autor: Michael

Die Rückkehr aus dem Urlaub bringt oft Überraschungen. Manchmal sind plötzlich schnell in der Abwesenheit die Bäume an der Grundstücksgrenze gefällt worden, manchmal ist auch das komplette Laub über die gemeinsame Grenze entsorgt worden.

Manchmal kann man auch nicht mehr aus dem Wohnzimmerfenster sehen weil es während der Urlaubsabwesenheit mal schnell zugemauert worden ist:

https://www.shz.de/lokales/kiel/schluss-mit-der-aussicht-id4095366.html

Das mit den vermeintlich schlechten Karten der Mieter habe ich allerdings nicht wirklich verstanden.

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Drei Jahre und fünf Monate – wer lange klagt…

Dienstag, 7. Februar 2012 | Autor: Michael

Ich habe mir mal die Mühe gemacht, meine abgeschlossenen Bauprozessakten bei den Landgerichten der letzten acht Jahre durchzusehen.

Das Ergebnis steht in der Überschrift: das ist die durchschnittliche Prozessdauer der in meinem Dezernat anhängig gewesenen Bauprozesse (einschließlich selbständiger Beweisverfahren):

- 72 Prozesse vor den örtlichen Landgerichten

- Kürzeste Prozessdauer sieben Monate (Abschluss durch gerichtlichen Vergleich)

- Längste Prozessdauer sieben Jahre und neun Monate (eine Instanz!).

Aus dem Rahmen fällt ein Verfahren, in dem erstmals nach vier Jahren und drei Monaten überhaupt in die Beweisaufnahme eingetreten worden ist – bis dahin gab es Streit vor allem über die Person des Sachverständigen.

Ein Beweisverfahren (mit fünf Streitverkündeten) dauerte fast fünf Jahre – der sich anschließende Prozess dauert noch an.

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Elbphilharmonie und Planungsfehler

Mittwoch, 1. Februar 2012 | Autor: Michael

Glaubt man dem Hamburger Abendblatt, so ist der planende Architekt verantwortlich für die an der Rolltreppe entstandenen Risse – das soll jedenfalls das Ergebnis eines Beweisgutachtens sein, welches vom Hamburger Landgericht auf Veranlassung von Hochtief in Auftrag gegeben worden ist.

Hier geht es “nur” um einen Betrag von 1,2 Millionen Euro, der wegen dieses Mangels einbehalten worden ist. Sieht man sich die weiteren Streitpunkte an (Fassade, Dach, Bauzeitenverzögerung usw), die deutlich höhere Beträge betreffen, und guckt man sich weiter an, wie lange bereits das wegen der Rolltreppe anhängige Beweisverfahren bislang dauerte (bislang ein Jahr), so ist es eher unbegreiflich, wie selbst die Pessimisten meinen können, 2015 würde das dann wohl bis 500 Millionen teure Objekt fertiggestellt werden.  Jedenfalls eines der Verfahren, wenn nicht gar alle, ist bei der 17. Zivilkammer des LG Hamburg in der ersten Instanz anhängig – diese ist allein schon aufgrund der hochkomplizierten Bauprozesse, die ich bei ihr seit 2009 anhängig habe, extrem überlastet. Nichts anderes dürfte für die anderen Baukammern des Landgerichts gelten.

2015 wird daher noch nichts fertiggestellt sein – allein die diversen Gutachter werden noch Jahre brauchen, um die Mängel in Augenschein zu nehmen…. es sei denn, die Parteien gehen beide aufeinander zu.  Irgendwann werden diese vielleicht verstehen, dass der Gesichtsverlust aufgrund der verlorenen Jahre nicht durch irgendwelche Prozesserfolge in der Öffentlichkeit ausgeglichen werden kann.

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