Home

Archiv für die Kategorie » Unlogisches «

Der Dachschaden. Oder: häää?

Montag, 17. November 2008 | Autor: Michael

Nachbar 1 richtet Schaden an einem am Zaun angelehnten Haustürvordach von Nachbar 2 an. Gesehen hat es niemand. Aber Nachbar 1 räumt in Gegenwart eines Zeugen ein, das Dach umgekippt zu haben, das danach kaputt war. Im Prozess beruft sich Nachbar 2 auf diesen Zeugen, denn Nachbar 1 bestreitet dieses “Geständnis”. Gericht lädt Zeugen, der in der Beweisaufnahme überzeugend das “Geständnis” von Nachbar 1 bestätigt. Alles klar, denkt man so.

Pustekuchen. Gericht gibt Nachbar 2 nix. Kein Geld. Es habe ja niemand gesehen, dass Nachbar 1 das Dach umgekippt hat. Keine Zeugen für den unmittelbaren Vorgang also.  Pech gehabt, Herr Nachbar 2.

Merke: Geständnisse von Schädigern gegenüber Dritten können also wertlos sein. Merke weiter: Gerichte laden Zeugen gerne mal für nix – dafür hätte Gericht den Zeugen also gar nicht erst kommen lassen und anhören müssen. Siehe headline.

Thema: Berufliches, Rechtliches, Unlogisches | Beitrag kommentieren

Alles nur Stammtischblabla.

Dienstag, 11. November 2008 | Autor: Michael

Herr Poggendorf ist gestern verurteilt worden. Der ehemalige Chef des Hamburger Tierschutzvereins hatte ca. 300.000 Euro veruntreut. Das Landgericht Hamburg verurteilte ihn zu einer Bewährungsstrafe von 2 Jahren und einer Geldauflage von 20.000 Euro, nachdem er den Schaden, wie er von der Staatsanwaltschaft beziffert worden war, wiedergutgemacht hatte.

Natürlich gibt es wieder irgendwelche Stimmen, die sagen: hej, das ist viel zu wenig. Der kleine Mann muss sitzen, und die Großen lässt man laufen. Das typische Stammtischgerede halt, wie man es etwa in der Commentspalte zum Artikel im Abendblatt findet. Diese Kommentatoren/Leser dort meinen doch tatsächlich, eine auf Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe von 2 Jahren wäre zu wenig.

Die haben doch keine Ahnung von der Justiz. Die Frau Vorsitzende hat das Urteil mündlich überzeugend begründet, wie Welt online zu berichten weiß:

Richterin Birgit Woitas hatte in ihrer Urteilsbegründung wortreich erklärt, warum es gar keine andere Möglichkeit gegeben habe, als die Strafe zur Bewährung auszusetzen. Die Sozialprognose für Poggendorf sei günstig, es bestehe keine Wiederholungsgefahr. Außerdem müsse man besondere Umstände berücksichtigen, nämlich das “umfangreiche Geständnis”, das Poggendorf am vergangenen Montag abgelegt hatte, das hohe Alter des 71-Jährigen und die Wiedergutmachung, die er geleistet habe.

Eben. Sie hatte keine andere Möglichkeit, als die Strafe zur Bewährung auszusetzen. Nicht etwa, dass man bei Herrn Poggendorf darüber hätte nachdenken können, ob nicht eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb oder mehr Jahren in Betracht gekommen wäre im Hinblick auf den Tatvorwurf. Denn dann, ab zwei Jahren, soll es, gerüchtehalber, eine Bewährungsstrafe ja nun gar nicht mehr geben.  Und, nebenbei, er wurde wegen acht Taten verurteilt. Wenigstens einige davon könnten sich ja als besonders schwerer Fall der Untreue darstellen. Oder gab es etwa einen Deal mit Verteidigung und Staatsanwaltschaft? Und warum geht der “einfache” Steuerhinterzieher regelmäßig ab einer Hinterziehungssumme von 250.000 Euro “ab”, und hier nicht, obwohl hier nicht der Staat sondern ja nur ein Verein und auch viele kleine Spender um Geld erleichtert wurden? Egal. Sie hatte ja keine andere Wahl, sagt sie.  Na dann.

Thema: Rechtliches, Tierisches, Unlogisches | Beitrag kommentieren

Immer noch die Milch.

Montag, 13. Oktober 2008 | Autor: Michael

Durch den Serverumzug (grmpf) ist zur Zeit auch Milch II verlorengegangen.

Wer sich erinnert, wird wissen, dass die geöffnete Packung der Weihendingsdamilch nicht mehr auffindbar ist – in Freising kam nur die ungeöffnete Milch an, nicht die nach Chemie stinkende geöffnete. Dennoch hat sich Weihenstephan freundlicherweise mit der Übersendung zweier Löffel bei uns entschuldigt. Das war nett. Aber was wir nun zu uns genommen haben, wissen wir immer noch nicht.

Am Freitag führte ich dann ein Telefonat mit dem ürtlichen REWE-Markt – wir hatten vor 3 Wochen die dort gekaufte Milch dorthin zurückgegeben. Dort verwies man mich an die Kundenbetreuung in Norderstedt, die sei “an dem Fall dran”. Hoffnung keimte auf.

Um gleich wieder zu ersticken. Dort, in Norderstedt, hat man Informationen vorliegen, wonach die stinkende Milch in meiner “Gegenwart gleich noch am Sonntag vor 3 Wochen vernichtet worden” sei.

Johanna hatte es gleich gewusst.

Macht nix, sagte ich: abgesehen davon, dass in meiner Gegenwart nichts vernichtet worden sei, abgesehen von meinem Glauben an die deutsche Lebensmittelindustrie, hätte ich ja noch vielleicht eine Probe selbst behalten. Daraufhin kam die mittlerweile zu erwartende Antwort: ob das nun die Milch sei um die es gehe. Das känne man ja immer behaupten (nach dem Motto: Verbraucher kippt das halbe Chemielabor seines Kindes in die Milch, gleich nach dem öffnen).

Ach so.

Thema: Unlogisches | Beitrag kommentieren

In the garden.

Donnerstag, 4. September 2008 | Autor: Michael

Juristische Logik.

Dieses Bild

ist juristisch mehr geschützt als ein aufwändiger, vielleicht seitenlanger Werbetext.

Selbst dieser Apfel

hat mehr Schutz.

Ist doch auch fair. Das Abknipsen dauerte wenige Sekunden, für einen Werbetext kann man Stunden benötigen, Tage. Total logisch, das.

“Die Schöpfungshöhe beginnt dort, wo die Vorstellungskraft vieler Juristen endet.” (nach mihi)

Thema: Unlogisches | Beitrag kommentieren

Wer versteht etwas von Rückwärtsgeschichten?

Montag, 11. August 2008 | Autor: Michael

Bitte melden.

Denn ich tue es nicht. Gerüchte besagen, dass ich berufsmäßig etwas mit Logik zu tun haben soll. Und Rückwärtsgeschichten (in der Folge RWG genannt) auch. Aber wir, die Geschichte und ich, harmonieren nie so wirklich.

Nun gut. Wenn ich mich an die Bekundung von k1 halbwegs erinnere, so geht die eine RWG in etwa so (Achtung: banales Denken ist nicht erlaubt):

Mann liegt an einem ca. 3 km langen Strand. Mann ist tot. Hat fast keinen nicht gebrochenen Knochen mehr im Körper. Strand befindet sich unmittelbar vor hohen Klippen. Was ist passiert?

(Anm. des Verf.: Lösung nahm knapp 45 Minuten des Deutschunterrichtes einer Quinta in Anspruch. Geschlossene Fragen sind erlaubt. Und nein: Mann ist nicht von Klippen gefallen/geworfen worden).

Thema: Unlogisches | Beitrag kommentieren

google