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Archiv für die Kategorie » Unmenschliches «

Hilfe.

Mittwoch, 14. Juli 2010 | Autor: Michael

Normalerweise verstehe ich unter dem Begriff “abgebrannt” eine leere Geldbörse. Aber leider kann auch die ursprüngliche Bedeutung des Wortes wieder aufleben, dies unter grausamen Umständen.

Erfahren musste dies die Familie von Carola, die mit ihrem Mann einst auch an dem Umzug dieses Blogs beteiligt war. Und nun dringend Hilfe braucht, am besten in Form von Spenden.

Mehr zu all dem findet man hier:

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Hundemord.

Sonntag, 1. Februar 2009 | Autor: Michael

Diese Fiesigkeit sah ich beim dogswalk (blaues Leinendings hängt ca. 15 m über dem Erdboden):

So was tut man nicht.

Alternative, dann doch nicht ernst gemeinte, ist:

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Lebenslänglich in Abwesenheit – Sant’ Anna di Stazzema 1944.

Freitag, 16. Januar 2009 | Autor: Michael

Am 12. August 1944 geschahen in Italien grausame Dinge, die jenseits aller menschlichen Vorstellungskraft liegen.

Aus http://www.resistenza.de/content/view/76/82/ :

ܜber 7 Stunden hatten die ܜberlebenden des Massakers von Sant Anna di Stazzema auf die Urteile an diesem Mittwoch, den 22. Juni 2005, gewartet. Sie hatten Verurteilungen erhofft, Freisprüche befürchtet. Ihre Gesichter sind von Anspannung gekennzeichnet, die Nerven bis zum Zerreiߟen gespannt.
Dann endlich, um 19.40 Uhr verliest der Präsident des Militärgerichts von La Spezia die Urteile: Gerhard Sommer, schuldig der Beteiligung am fortgesetzten Mord, begangen mit besonderer Grausamkeit. Die Strafe: lebenslänglich.
Das gleiche Urteil, die gleiche Strafe für Alfred Schäneberg, Ludwig Heinrich Sonntag, Alfred Concina, Karl Gropler, Horst Richter, Ludwig Gäring, Werner Bruss, Georg Rauch, Heinrich Schendel.
Die Verurteilten haben die Kosten des Verfahrens zu tragen. Einige von ihnen müssen außerdem Entschädigungen an private Nebenkläger bezahlen.
Den Urteilen folgt spontaner Applaus, Tränen der Entspannung, Tränen der Erinnerung an das schreckliche Ende der Ermordeten. Bewegende Szenen innerhalb und auߟerhalb des Gerichtssaals. Die Zufriedenheit mit den Urteilen macht nicht vergessen, dass sie jetzt, 61 Jahre nach dem Massaker, viel zu spät kommen und viel zu viele der Mörder nie zur Rechenschaft gezogen wurden.Die Mörder von Sant Anna di Stazzema: Soldaten der 16. SS-Panzergrenadierdivision “Reichsführer SS”. Am Morgen des 12. August 1944 steigen 4 Kompanien in das abgelegene Bergdorf Sant Anna auf und massakrieren jede Menschenseele, die sie antreffen: vor allem Kinder, Frauen, alte Männer (die jüngeren Männer sind nicht im Dorf). Sie verbrennen die Leichen und die Häuser. 560 Tote, ein ausgelöschtes Dorf. Nur wenige Einwohner haben das Morden überlebt, viele von ihnen mussten mit ansehen, wie die Mutter, die Geschwister umgebracht wurden. Sie wurden ein Leben lang von diesen Bildern verfolgt. Vielleicht helfen ihnen diese Urteile, die Traumatisierung abzumildern. Die Verurteilung wenigstens einiger der Täter ist für sie die gesellschaftliche Anerkennung ihres Leids und ein öffentliches Gedenken an ihre getöteten Angehörigen, eine späte Erinnerung und eine späte – wenn auch eher moralische – Sühne.

Einige der Angeklagten wurden in Abwesenheit verurteilt. Sie hatten teilweise italienische Pflichtverteidiger. Einer der hochbetagten Angeklagten erfuhr erst etwa ein Jahr später überhaupt von seiner Verurteilung. Zufällig über das Internet. Er hatte vor dem Prozess seine ausführliche Einlassung bei der italienischen Staatsanwaltschaft eingereicht. Danach war er nie im Dorfe gewesen – als das Massaker geschah, sei er an der Straße zurückgeblieben.

Sein italienischer Verteidiger hatte ihn von nichts unterrichtet – nicht einmal von der Verurteilung. Das Urteil erhielt erst, als der italienische Staatsanwalt seine Auslieferung nach Italien beantragte. Als er sich bei seinem italienischen Pflichtverteidiger beschwerte, kündigte dieser an, eine Kostenrechnung zu übersenden, obwohl dieser vom italienischen Staat bezahlt worden war. Der Verurteilte legte Revision ein und beantragte Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. Vor mehr als 3 Jahren. Von dem Ausgang des Revisionsverfahrens erfuhr er nie wieder etwas. Bis heute nicht.

Im Internet finden sich Darstellungen, wonach er seine Tat bereue. Unrichtige Darstellungen – bis heute bestreitet er, auch nur einen Menschen verletzt zu haben. Ein rechtsstaatliches Verfahren wird ihm verwehrt bleiben – die Stuttgarter Staatsanwaltschaft wird wegen der Probleme, Mordmerkmale nachweisen zu können und der damit gegebenen Verjährung keine Anklage mehr erheben.

Was 1944 geschah, ist unvorstellbar grausam. Ich habe Fotos gesehen, die mich noch heute in Tag- und Nachtträumen verfolgen. Ich kann die Angehörigen, die noch immer Rache fordern, bestens verstehen. Ich würde es auch tun.

Aber was sich in Italien Strafprozess schimpft, ist eine lächerliche Farce. Der italienische Strafprozess ist vom deutschen Rechtsstaat weiter entfernt als ein Gericht in Uganda (wenn es dort eines gibt). Und auch deshalb – wegen der Abweichung von den deutschen rechtsstaatlichen Vorgaben – wurde er nicht ausgeliefert. Man kann das deutsche Rechtssystem in vielen Punkten zu Recht kritisieren – aber in andere europäische Staaten darf man dabei nicht sehen.

(Quelle des pic: http://www.resistenza.de/bilder/bilder_gross/anna-opfer-g.jpg)

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Fachjargon.

Montag, 29. Dezember 2008 | Autor: Michael

Juristen reden für normale Menschen regelmäߟig nur unverständliches Blabla. Und sie sind auch nicht bereit, dies zu ändern.

Noch renitenter sind allerdings die Ärzte. Wer hat sich nicht schon durch Arztberichte durchgekämpft, bei denen man jedes zweite Wort im Psychrembel nachlesen durfte (und so Stunden für ein paar Seiten brauchte).

Eine andere Frage ist allerdings, ob die Fachsprache dazu führen muss, Menschen durch Verwendung gewisser Begriffe herabzuwürdigen. Die Krönung des heutigen Vormittags war folgender Text eines Gutachtens:

Bei Frauen im reproduktionsfähigen Alter, vor der Menopause sind neben gutartigen und bösartigen Neubildungen auch regelmäߟig Funktionszysten … vorhanden.

Das musste ich zweimal lesen. Reproduktionsfähiges Alter. Googelt man diesen Begriff, so stellt man fest, dass er durchaus zum Standardrepertoire gehört, wenn es um Fortpflanzung geht. Es geht also um Reproduktion. Heißt für mich eigentlich “Wiederherstellung”. Frauen erreichen also ein Alter, in dem sie sich wiederherstellen können. Kann nicht gemeint sein. Nein, sie erreichen ein Alter, in dem sie quasi ihr Abbild wiederherstellen können. Auch komisch. Egal. Bei Medizinern werden jedenfalls Kinder produziert. So… wie auf dem Laufband eben. Verfassungsrechtlern dreht sich bei dieser Diktion der Magen um. Menschenwürde und Objekt und so. Hm. Klingt irgendwie, als hätte sich ein Mann diese Terminologie ausgedacht. Aber guckt man sich Jopie Heesters an, sind Männer ja wohl noch bis 105plus reproduktionsfähig.

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Wenn die kids nerven: Zug fahren lassen.

Samstag, 8. November 2008 | Autor: Michael

In den neuen deutschen Bundesländern greift langsam ein System, über das genervte Eltern, die ihre Kinder loswerden wollen, einfach mal nachdenken sollten (aus der FAZ.Net):

“7. November 2008 Abermals ist ein Kind eines Zuges verwiesen worden, weil es keinen gültigen Fahrschein hatte. Ein Schaffner habe die Dreizehnjährige bereits am Mittwoch in Wittstock (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) zum Verlassen des Zuges gezwungen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Freitag.

Die Schülerin war auf dem Rückweg von der Schule von Heiligengrabe nach Neuruppin und hatte ihre Geldbörse samt Schülerausweis vergessen. Sie habe dem Schaffner unter Tränen versichert, dass sie weder über ein Handy noch Geld verfüge, um ihre Mutter zu benachrichtigen, schreibt das Blatt. Der Mann habe sich auch nicht dadurch erweichen lassen, dass sie keine Verwandten in Wittstock hat.

Zudem habe der Bahnbedienstete die Bitte ignoriert, mit seinem Diensthandy die Mutter des Mädchens anzurufen, damit diese in Neuruppin die geforderte Gebühr von 40 Euro bezahlen könne.  “€žEr hat meiner Tochter erklärt, dass dies ein Diensthandy sei und ihm keiner die Gesprächskosten ersetze“”, zitiert die Zeitung die Mutter. Am Ende half ein Taxifahrer dem Mädchen weiter. Eine erste Prüfung bestätigte laut Bahn-Sprecher im Wesentlichen den Sachverhalt. Das Unternehmen habe daraufhin umgehend Kontakt mit der Familie des Mädchens aufgenommen und sich „in aller Form entschuldigt€œ. Diese habe die Entschuldigung angenommen.”

Schon im Oktober war es in Rostock zu einem ähnlichen Vorfall gekommen – auch noch im Dunkeln:

“Dort hatte eine Zugbegleiterin ein zwölfjähriges Mädchen im Oktober in der Dunkelheit aus dem Zug gesetzt, weil es sein Portemonnaie samt Fahrkarte vergessen hatte. Die Schülerin war auf dem Weg nach Rostock zum Musikunterricht und musste mit ihrem Cello fünf Kilometer nach Hause laufen. Auch hier hat sich inzwischen die Bahn bei der Familie entschuldigt.”

Irgendwo hab ich gelesen, die Bahn entschuldigt sich mit Blumenstrauß und Ticket für diese  Aussetzung gem. § 221 StGB .. … Unannehmlichkeit. Ach, das tut doch wirklich nicht Not.

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Randvermerk. Oder auch nicht.

Dienstag, 28. Oktober 2008 | Autor: Michael

Tiere, vor allem Hunde und Katzen, werden im mediterranen Raum oft grausam behandelt.

Glücklicherweise unterstützen viele ehrenamtliche Helfer, oft übrigens auch unter deutscher Beteiligung, Tierheime/-asyle/-unterkünfte dort, um viele ganz reizende Hunde oder Katzen letztlich vor dem Tod durch Verbrennen oder Vergasen zu bewahren.

Auf die Einrichtung für Katzen mitten in Rom hatte ich bereits an anderer Stelle hingewiesen.

Eine andere Einrichtung auf Sardinien, in Olbia, ist ebenfalls dringend auf Spenden angewiesen. Sollte sich gar jemand finden, der verantwortungsvoll ein Tier dort erlösen würde, so wäre das sicherlich auch eine gute Idee. Wir haben in Rom unfassbar süße Katzen dort vorgefunden; und in Olbia sind, wie sich hier beweisen lässt, viele reizende Hunde, die ein Zuhause suchen. Einige Hunde, hier zu sehen, wurden schon in deutschen Pflegestellen aufgenommen und warten auf Vermittlung.

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Halloween und neue Mandate.

Montag, 27. Oktober 2008 | Autor: Michael

Bald ist es wieder so weit. Am 31.10. gehen wieder Kinder und Jugendliche von Haus zu Haus. Was früher noch ganz lieblich anzusehen war, artete im Laufe der letzten Jahre immer mehr aus. Ich werde mich am 31.10. abends also verbarrikadieren, die Hunde noch schärfer machen als sie ohnehin schon sind, die WasserPistolen bereit halten und verteidigen was zu verteidigen gilt. Nämlich sämtliche Süßigkeiten im Hause, und das Leben sowieso.

Mittlerweile finden sich im Netz auch andere Ratschläge, wie etwa dieser:

“Der weltgewandte und gebildete Mitteleuropäer schaltet daher am Abend des 31. Oktober sämtliche Lampen aus und öffnet unter keinen Umständen die Haustüre. Das spart nicht nur Strom, sondern auch Geld und Nahrungsmittel. Auch wenn man die kleinen Loser nicht mehr singen und schreien hört, empfiehlt es sich, noch einige Minuten mit angehaltenem Atem und ohne Licht zu warten, um sicherzugehen, dass sie sich auch tatsächlich verpisst haben.”  (http://www.stupidedia.org/stupi/Halloween)

Vielleicht sollte ich gleich Visitenkarten verteilen. Spätestens wenn es nach “Süߟes oder Saures” mancherorts nichts Süߟes gibt, werden manche kids das Spiel “wie praktiziere ich perfekt räuberische Erpressung” so lebensnah spielen, dass einige Bewohner sich wünschen, Halloween hätte es wie vieles andere was so über den Großen Teich schwappte nie gegeben.

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Und zu die Grenzen.

Donnerstag, 21. August 2008 | Autor: Michael

Nun ja. Von den fast verdursteten, in Teneriffa mit letzter Kraft anlandenden afrikanischen Flüchtlingen hatte ich schon gelesen… mir schwante dann aber Übles, als ich während meines Urlaubs auf Gran Canaria gleich zweimal Helikopter vor unserer Bucht kreisen sah, stundenlang (siehe dazu auch das vorletzte der Fotos hier).

Das Spiel geht also so: Hubschrauber fliegen tief über Meer und machen daher hohe Wellen. Wellen treiben die kleinen überbesetzten Nussschalen mit fast verdursteten und verhungerten Menschen an Bord auf das offene Meer zurück. Das kann dann schon mal dauern, ein paar Stunden. So verhindert man geschickt, dass die Leute überhaupt ans Ufer gelangen und Asylanträge (die sicher aussichtslos wären) stellen können.

Zum Massensterben der Afrikaner vor unseren europäischen Küsten findet man mehr auch hier.

Laut heutiger telefonischer Auskunft von amnesty ist diese Vorgehensweise bei den europäischen Regierungen allgemein bekannt – auch bei uns, aber sie wird akzeptiert. Wow. So weit sind wir also gekommen, nach Schengen soundsoviel, und bald zwanzig Jahre nach unserem “Asylkompromiss”.

Das hier sind wohl eher nur die Meldungen, die offiziell herausgegeben werden…

Ich bohr da mal nach.

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