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Archiv für die Kategorie » Unmenschliches «

Fachjargon.

Montag, 29. Dezember 2008 | Autor: Michael

Juristen reden für normale Menschen regelmäߟig nur unverständliches Blabla. Und sie sind auch nicht bereit, dies zu ändern.

Noch renitenter sind allerdings die Ärzte. Wer hat sich nicht schon durch Arztberichte durchgekämpft, bei denen man jedes zweite Wort im Psychrembel nachlesen durfte (und so Stunden für ein paar Seiten brauchte).

Eine andere Frage ist allerdings, ob die Fachsprache dazu führen muss, Menschen durch Verwendung gewisser Begriffe herabzuwürdigen. Die Krönung des heutigen Vormittags war folgender Text eines Gutachtens:

Bei Frauen im reproduktionsfähigen Alter, vor der Menopause sind neben gutartigen und bösartigen Neubildungen auch regelmäߟig Funktionszysten … vorhanden.

Das musste ich zweimal lesen. Reproduktionsfähiges Alter. Googelt man diesen Begriff, so stellt man fest, dass er durchaus zum Standardrepertoire gehört, wenn es um Fortpflanzung geht. Es geht also um Reproduktion. Heißt für mich eigentlich “Wiederherstellung”. Frauen erreichen also ein Alter, in dem sie sich wiederherstellen können. Kann nicht gemeint sein. Nein, sie erreichen ein Alter, in dem sie quasi ihr Abbild wiederherstellen können. Auch komisch. Egal. Bei Medizinern werden jedenfalls Kinder produziert. So… wie auf dem Laufband eben. Verfassungsrechtlern dreht sich bei dieser Diktion der Magen um. Menschenwürde und Objekt und so. Hm. Klingt irgendwie, als hätte sich ein Mann diese Terminologie ausgedacht. Aber guckt man sich Jopie Heesters an, sind Männer ja wohl noch bis 105plus reproduktionsfähig.

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Wenn die kids nerven: Zug fahren lassen.

Samstag, 8. November 2008 | Autor: Michael

In den neuen deutschen Bundesländern greift langsam ein System, über das genervte Eltern, die ihre Kinder loswerden wollen, einfach mal nachdenken sollten (aus der FAZ.Net):

“7. November 2008 Abermals ist ein Kind eines Zuges verwiesen worden, weil es keinen gültigen Fahrschein hatte. Ein Schaffner habe die Dreizehnjährige bereits am Mittwoch in Wittstock (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) zum Verlassen des Zuges gezwungen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Freitag.

Die Schülerin war auf dem Rückweg von der Schule von Heiligengrabe nach Neuruppin und hatte ihre Geldbörse samt Schülerausweis vergessen. Sie habe dem Schaffner unter Tränen versichert, dass sie weder über ein Handy noch Geld verfüge, um ihre Mutter zu benachrichtigen, schreibt das Blatt. Der Mann habe sich auch nicht dadurch erweichen lassen, dass sie keine Verwandten in Wittstock hat.

Zudem habe der Bahnbedienstete die Bitte ignoriert, mit seinem Diensthandy die Mutter des Mädchens anzurufen, damit diese in Neuruppin die geforderte Gebühr von 40 Euro bezahlen könne.  “€žEr hat meiner Tochter erklärt, dass dies ein Diensthandy sei und ihm keiner die Gesprächskosten ersetze“”, zitiert die Zeitung die Mutter. Am Ende half ein Taxifahrer dem Mädchen weiter. Eine erste Prüfung bestätigte laut Bahn-Sprecher im Wesentlichen den Sachverhalt. Das Unternehmen habe daraufhin umgehend Kontakt mit der Familie des Mädchens aufgenommen und sich „in aller Form entschuldigt€œ. Diese habe die Entschuldigung angenommen.”

Schon im Oktober war es in Rostock zu einem ähnlichen Vorfall gekommen – auch noch im Dunkeln:

“Dort hatte eine Zugbegleiterin ein zwölfjähriges Mädchen im Oktober in der Dunkelheit aus dem Zug gesetzt, weil es sein Portemonnaie samt Fahrkarte vergessen hatte. Die Schülerin war auf dem Weg nach Rostock zum Musikunterricht und musste mit ihrem Cello fünf Kilometer nach Hause laufen. Auch hier hat sich inzwischen die Bahn bei der Familie entschuldigt.”

Irgendwo hab ich gelesen, die Bahn entschuldigt sich mit Blumenstrauß und Ticket für diese  Aussetzung gem. § 221 StGB .. … Unannehmlichkeit. Ach, das tut doch wirklich nicht Not.

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Randvermerk. Oder auch nicht.

Dienstag, 28. Oktober 2008 | Autor: Michael

Tiere, vor allem Hunde und Katzen, werden im mediterranen Raum oft grausam behandelt.

Glücklicherweise unterstützen viele ehrenamtliche Helfer, oft übrigens auch unter deutscher Beteiligung, Tierheime/-asyle/-unterkünfte dort, um viele ganz reizende Hunde oder Katzen letztlich vor dem Tod durch Verbrennen oder Vergasen zu bewahren.

Auf die Einrichtung für Katzen mitten in Rom hatte ich bereits an anderer Stelle hingewiesen.

Eine andere Einrichtung auf Sardinien, in Olbia, ist ebenfalls dringend auf Spenden angewiesen. Sollte sich gar jemand finden, der verantwortungsvoll ein Tier dort erlösen würde, so wäre das sicherlich auch eine gute Idee. Wir haben in Rom unfassbar süße Katzen dort vorgefunden; und in Olbia sind, wie sich hier beweisen lässt, viele reizende Hunde, die ein Zuhause suchen. Einige Hunde, hier zu sehen, wurden schon in deutschen Pflegestellen aufgenommen und warten auf Vermittlung.

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Halloween und neue Mandate.

Montag, 27. Oktober 2008 | Autor: Michael

Bald ist es wieder so weit. Am 31.10. gehen wieder Kinder und Jugendliche von Haus zu Haus. Was früher noch ganz lieblich anzusehen war, artete im Laufe der letzten Jahre immer mehr aus. Ich werde mich am 31.10. abends also verbarrikadieren, die Hunde noch schärfer machen als sie ohnehin schon sind, die WasserPistolen bereit halten und verteidigen was zu verteidigen gilt. Nämlich sämtliche Süßigkeiten im Hause, und das Leben sowieso.

Mittlerweile finden sich im Netz auch andere Ratschläge, wie etwa dieser:

“Der weltgewandte und gebildete Mitteleuropäer schaltet daher am Abend des 31. Oktober sämtliche Lampen aus und öffnet unter keinen Umständen die Haustüre. Das spart nicht nur Strom, sondern auch Geld und Nahrungsmittel. Auch wenn man die kleinen Loser nicht mehr singen und schreien hört, empfiehlt es sich, noch einige Minuten mit angehaltenem Atem und ohne Licht zu warten, um sicherzugehen, dass sie sich auch tatsächlich verpisst haben.”  (http://www.stupidedia.org/stupi/Halloween)

Vielleicht sollte ich gleich Visitenkarten verteilen. Spätestens wenn es nach “Süߟes oder Saures” mancherorts nichts Süߟes gibt, werden manche kids das Spiel “wie praktiziere ich perfekt räuberische Erpressung” so lebensnah spielen, dass einige Bewohner sich wünschen, Halloween hätte es wie vieles andere was so über den Großen Teich schwappte nie gegeben.

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Und zu die Grenzen.

Donnerstag, 21. August 2008 | Autor: Michael

Nun ja. Von den fast verdursteten, in Teneriffa mit letzter Kraft anlandenden afrikanischen Flüchtlingen hatte ich schon gelesen… mir schwante dann aber Übles, als ich während meines Urlaubs auf Gran Canaria gleich zweimal Helikopter vor unserer Bucht kreisen sah, stundenlang (siehe dazu auch das vorletzte der Fotos hier).

Das Spiel geht also so: Hubschrauber fliegen tief über Meer und machen daher hohe Wellen. Wellen treiben die kleinen überbesetzten Nussschalen mit fast verdursteten und verhungerten Menschen an Bord auf das offene Meer zurück. Das kann dann schon mal dauern, ein paar Stunden. So verhindert man geschickt, dass die Leute überhaupt ans Ufer gelangen und Asylanträge (die sicher aussichtslos wären) stellen können.

Zum Massensterben der Afrikaner vor unseren europäischen Küsten findet man mehr auch hier.

Laut heutiger telefonischer Auskunft von amnesty ist diese Vorgehensweise bei den europäischen Regierungen allgemein bekannt – auch bei uns, aber sie wird akzeptiert. Wow. So weit sind wir also gekommen, nach Schengen soundsoviel, und bald zwanzig Jahre nach unserem “Asylkompromiss”.

Das hier sind wohl eher nur die Meldungen, die offiziell herausgegeben werden…

Ich bohr da mal nach.

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