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Der Fachanwalt für Vermieterrechte. Lieber doch nicht.

Mittwoch, 29. Mai 2013 | Autor: Michael

Eine lustige Idee ist es, den Fachanwalt für Opferrechte proklamieren zu wollen, wie es der Kollege Peter aus Worms in der StraFo neuerdings verlangt (Peter, Der Strafverteidiger als Opferanwalt – Systembruch oder : Wer kann und soll Opfer fachgerecht vertreten? StraFo 2013, 199-203).

An anderer Stelle wurde dies letztlich zu Recht schon kritisiert. Der Ansatz, den Fachanwalt für Strafrecht zu teilen in zwei verschiedene Fachanwaltstitel, ist mindestens überraschend. Konsequent zu Ende überlegt müsste dann auch der Fachanwalt für Mieterrechte und der Fachanwalt für Vermieterrechte eingeführt werden. Entsprechendes für den Fachanwalt für den Bauherrn und den Fachanwalt für die Baufirma. Dies dürfte nicht so ganz gewollt sein. Beim Fachanwalt geht es um die gebotene Sachkunde in einem speziellen Normengebiet, unabhängig von persönlichen Vorzügen oder Haltungen.

Eine andere Frage ist es, vielleicht eines Tages etwa den Fachanwalt für Wirtschaftsstrafrecht einzuführen. Mittlerweile ist das Rechtsgebiet so kompliziert geworden, dass ein im Strafrecht tätiger Kollege sich hochspezialisierten Wirtschaftsstrafkammern gegenübersieht und ohne entsprechende Praxis gewiss Probleme hat, hier “mitzuhalten”. Ähnliches gilt für den Fachanwalt im Miet- und WEGrecht – beide Bereiche haben miteinander eigentlich nichts zu tun und strotzen jeweils vor Komplexität. Aber das ist alles Schnee von morgen.

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Thema: Berufliches, Unlogisches

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4 Kommentare

  1. 1
    Anno nüm 

    Gute beispiele! Bei weg und Mietrecht bin ich Ihrer Meinung.

  2. Nicht zu vergessen den Fachanwalt für die vermietete Eigentumswohnung …

  1. [...] den FA für Vermieterrechte bzw. den FA für Opferrechte, [...]

  2. [...] Thema „Fachanwalt für Opferrechte“ haben sich schon die Kanzlei Hoenig, Christoph Nebgen und Michael Selk [...]

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