Die personifizierte Öffentlichkeit.
Mittwoch, 4. Februar 2009 | Autor: Michael
Seit Jahren stoÃe ich bei meinen fast alltäglichen Besichtigungen des Landgerichts immer wieder auf denselben Herrn. Oft fragen die Mandanten, wer das denn sei. Also ich kenne ihn nicht. Obwohl er fast immer da ist, jeden Tag, von einem Saal zum anderen pendelnd. Ein bärtiger Herr, so geschätzte 50 – 55. Nein, keine Presse. Er stellt die Ãffentlichkeit dar.
Als die Gerichtsshows dann aufkamen, dachte ich,  es wäre nun um ihn geschehen. Pustekuchen. Live ist eben doch spannender, wie beim FuÃball. Also sitzt er hinten im Zuschauersaal, hört sich ödlangweilige Bausachen ebenso an wie spannendere Strafprozesse. Nie sagt er ein Wort, nie gibt er Zeichen von Sympathie, er zeigt eigentlich bei genauer Betrachtung null Reaktion. Mittlerweile dürfte er alle Richter in- und auswendig kennen, viele Anwälte ebenso. Ich frag mich ja manchmal, was an all diesen Verhandlungen so spannend ist… viele Sachen verlaufen auch im ruhigen Fahrwasser, ein schneller Vergleich, manchmal ohne Parteien… aber vielleicht ist das auch nur meine etwas routinierte Sichtweise der Dinge. Hm. Man sollte den Herrn mal zum bloggen anstiften.


- Ein Prozessagent (!) im Sinne des § 157 ZPO, der als IM des JuMi die Dienstaufsicht wahrnimmt ?
- ein verspäteter Jurastudent, der nach ausgiebiger Vorbereitung ein brilliantes Examen ablegen wird ?
LOL. Hilfe. Ich sollte ihn nett behandeln im Falle des Prozessagenten.
Kriegt man das bezahlt? Ich meine, ich könnte meine Sudokus ja auch in einem Gerichtssaal lösen, statt für lau in der Wanne.
Nein, tu’s nicht. Ich kenne diese Leute von der anderen Seite, aus meiner Zeit als gelegentliche Gerichtsreporterin. Irgendwann kam uns mal die Idee, sie beim Lübecker Brandprozess zu interviewen, weil wir ja immer mal was Neues brauchten. Die sind tödlich! Sprich ihn an, und du schläfst vor Langeweile sofort ein. Nur gut, wenn du unter massiven Schlafstörungen leidest und für alles Einschläfernde dankbar bist. Auch die Meinung willst du nicht hören. Schlimm.
“Hey there! Prozessbeobachter is using Twitter.”
vielleicht bloggt er ja?
Gerichtsreporterin??? BRITTA!!!!
Das siehste mal, Susi. Solche Dinge habe ich schon gemacht, und auf harten Holzbänken gesessen…
Und dann wurde Britta von Ralf Nehmzow abgelöst. Oder?
Ach.
Hallo auch mal,
sind solche Typen nicht wie bunter Hunde bekannt??
Bausachen vs. Strafprozesse: Was eben auf dem Speiseplan steht. Man will ja nicht verhungern. Da muss auch mal eine Kartoffelsuppe anstatt des Filetsteaks reichen.