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Gefahr auf vier Beinen.

Montag, 12. Januar 2009 | Autor: Michael

Das Gefahrhundegesetz in Schleswig-Holstein wird von den Gemeinden irgendwie leicht unterschiedlich gehandhabt. Während einige Städte und Gemeinden Vorfälle mit Hunden ignorieren, wohne ich in einer Gemeinde, die jeden Kratzer zum Anlass nimmt, dem Hund einen Maulkorb verpassen zu wollen plus Leinenzwang und was weiß ich noch alles.

Dabei ist der Gesetzeswortlaut recht eindeutig:

“Hunde, die einen Menschen gebissen haben, sofern dies nicht zur Verteidigung anlässlich einer strafbaren Handlung geschah” gelten als gefährlich. Und das Beißen ist nun mal das Zusammenklappen zweier Kiefer, wie sinngemäߟ das Oberverwaltungsgericht schon mal entschied.

Morgen gehe ich allerdings nun zum 2.Mal in einen Termin, wo Hund definitiv freizusprechen ist. Eine 0,2 cm lange Kratzwunde wurde diagnostiziert. Zwei Millimeter lang. Gekratzt. Weil der gefährliche Hund, ein Golden Retriever, sich freute und die Frau Nachbarin auch auf 2 Beinen unerzogen stehend begrüߟte; sie hatte ihren Hund auf den Arm.

Im letzten Jahr, anlässlich eines ähnlichen Falles, hatte der Vorsitzende wütend verkündet, er habe seit langer Zeit nicht mehr so ein fehlerhaftes Verhalten einer Gemeinde im Vorverfahren erlebt. Zum Glück für die Gemeinde kam niemand. Morgen wird wohl auch wieder niemand kommen. Verstehen kann man das nur, wenn man weiß, dass der Bürgermeister Hunde hasst. Auf Kosten der Steuerzahler also dann. Also auch auf meine, fällt mir gerade auf, Gemeindebürger der ich bin. Hmpf.

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Thema: Rechtliches, Tierisches, Unlogisches

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Keine Kommentare

  1. 1
    Niels 

    Habe ich das richtig verstanden – die Gemeinde schickt keinen zu dem Termin? Merkwürdiges Verhalten.

  2. 2
    doppelfish 

    Wie hat die Gemeinde eigentlich von der Entstehung der klaffenden Wunde erfahren? Schickt die Leute auf Streife? Mit Lupe?

  3. 3
    Johanna 

    Der arme Retriever.

  4. 4
    Tina 

    Schockierend!

    Du wohnst in Schleswig-Holstein?!

    Und es kommt doch nicht nur auf die Länge einer Wunde an, vielleicht war sie ja einen halben Meter tief. ;-)

  5. 5
    Michael 

    Also Niels, heute war mal jemand da. Letztes Mal nicht. Dafür gab es dann auch keine Klagerwiderung. Wozu auch. Und wieder mal hat der Vorsitzende dem armen Beamten der Gemeinde die Leviten gelesen.

    Nee, doppelfish, da hat die Verletzte dann 4 Monate nach dem Vorfall auf der Gemeinde Anzeige erstattet und ein ärztliches Attest vorgelegt… wobei man sich auch schon fragt: VIER Monate danach??

    Allerdings, Johanna. Aber es ist ja alles geblieben wie es war. Und Tina, neue Erkenntnisse?:-))) Genau. Wie mit einer Nadel tiiiief reingepiekst.

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