Beim Bäcker.
Montag, 9. Februar 2009 | Autor: Michael
Am Sonntagmorgen trifft sich immer das halbe Dorf beim Dorfbäcker. Der verkauft die Brötchen in seiner Backstube, nicht wie sonst im Ladengeschäft. Die Schlange der Brötchenholer reicht einmal quer durch den Laden bis zum Dorfausgang. Fast. Nach 20 Minuten kommt dann auch der Rechthaber dran. Der bestellt, wie jeden Sonntag, seine vier sogenannten Rosenbrötchen, zwei Roggen- und zwei Kürbiskernbrötchen. Plus zwei Nougatringe für K1.
Kurz darauf die Bäckerfachverkäuferin (BFV): “11 Euro.”
Da ich sonst immer für alles 6,40 Euro zahle, bin ich leicht verunsichert. Da kann was nicht stimmen. Sage ich. BFV starrt mich an. “11 Euro”. Zuviel, sage ich. Immerhin starrt sie nun auf die Kasse. Schweigend. Guckt in die Tüte und gibt neue Zahlen ein. Die anderen Brötchenholer sehen genervt aus.
“6,40 Euro”, sagt sie. O.k., sage ich. Und zahle. Lege ihr einen Zehneuroschein hin. Sie knallt mir wutentbrannt das Restgeld hin. Weiter schweigend. Ich nehme den Rest. Und gehe. Komischerweise mit schlechtem Gewissen. Sie, BFV, hat keins. Offenbar.
Aber es gibt eine Vorgeschichte: ich habe schon mal 8,80 Euro, 9, 52 Euro und noch irgendwas, jedenfalls nicht 6,40 Euro zahlen sollen. Auch da bestand ich jeweils auf meinen 6,40 Euro. Merkwürdigerweise auch mit schlechtem Gewissen.
Und ich meine, es gibt so eine Verordnung, wonach die Preise erkennbar ausgehängt werden müssen, die wohl auch an Sonntagen gelten dürfte (PAngV oder so). Die gilt definitiv nicht für unseren Dorfbäcker. Kein Wunder, dass man sich da verrechnet.
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