Liebe hinter dem Stadion.
Freitag, 29. August 2008 | Autor: Michael
Wie wirkt ein Mann, der stundenlang grinsend den Rasen mäht, auf seine Mitmenschen? Eher abnorm. Also fern von jedem Normalsein.
Schuld ist dann mein Itouch, auf dem sich u.a. Marc Cohn tummelt. Der hat 2005 eine phänomenale LiveCD aufgenommen, die mal wieder in Deutschland kaum erhältlich ist. Dieser Mann ist witzig. Ich bin schon lange ein Fan von dem, was Musiker zwischen den songs zum Besten geben. Cohn übertrifft alles. Nicht nur zwischen den songs – nein, seine Kommentare zu Van Morrison in “Dig down deep” sind einfach grandios. Beispiel: Da Van the man es in einem seiner älteren songs bevorzugte, Liebe hinter einem Stadion zu machen -
So hard to find my way,
Now that I’m all on my own.
I saw you just the other day,
My how you have grown,
Cast my memory back there, Lord
Sometime I’m overcome thinking ’bout
Making love in the green grass
Behind the stadium with you
My brown eyed girl
You my brown eyed girl
- greift sein “Schüler” Cohn das latürnich auf und teilt dem geneigten Hörer mit, dass er mit 11 Jahren genau wusste, was er, Cohn wollte, nämlich “I was only eleven years old when I heard that but I knew I wanted to âmake love behind the stadium.
An anderen Stellen fordert er dann die Zuhörer auf, sich wieder auf Van berufend, Liebe im hohen Gras zu machen (“make love in the tall gras”) – aber halt wieder hinter diesem Stadion.
Wo ist dieses verdammte Stadion?


Ich nehme an, immer das nächstgelegene.
Super, Susi.
))
Und endlich mal ein Song, den ich kenne. Wenn auch tendenziell öfter in der Version der Westcoastpunkrocker Lagwagon gehört.
Geschichtenerzählsongsundzwischensongsgeschichten mag ich auch. Wie bei Johnny Cashs Boy named Sue. Oder bei Eddie Vedder. Sowieso.
Jackson Browne ist auch für so etwas gut; voller Selbstironie, weil er seine Texte immer vergisst. Mittlerweile formulieren die Zuhörer bei seinen Konzerten schon bei den requests “Do you remember (dann folgt der songtitel)?”. Im Stadtpark hatten Fans ja zum Glück die booklets dabei.
Also das nächste Stadion ist bei mir um die Ecki. Also nix wie hin hinter das Stadion. und…
…platsch. Wenn es das Werderstadion sein sollte. Da ist die Weser, direkt dahinter. Unlängst festgestellt.
Sind Stadien nicht meistens rund? Dann ist dahinter doch per Definition nicht gleich im Wasser? Oder ist das eines der berühmten Inselstadien?
Außerdem klingt Weserstrand doch ganz heimelig für sowas …
Jaja. Da ist aber kein Strand, sondern da sind nur Steine, Felsen, und dann kommt die Weser. Das jedenfalls ist hinter dem Stadion. Und vor dem Stadion sind Eingänge und sowas, aber definitiv wenig hohes Gras.
Hm. Er meinte wohl die HSH Nordbankarena Da kommt dann das Gras. Aber recht einsehbar, das… nun ja.
Wer ist denn HSH?
Aber wie haben die beiden es bloß hingekriegt, genau den Moment abzupassen, wenn Zigtausende aufstöhnten bei nem Lattenschuss oder lostobten bei nem Tor der Heimmannschaft?
Faszinierende Möglichkeiten tun sich da auf…
Tina: Na Hamburg/Schleswig-Holstein. Tsts. Beknackter Name übrigens. Man sollte die Stadien umtaufen. Alle.
Also ich glaube nicht, dass da irgendwer irgenwie ganz gschamig auf eine bestimmte Geräuschkulisse warten würde.
Nun ja, im Gegenteil kann man ja den Tor-Aufschrei auch auch anders einplanen…
So meinte ich das …
Aber wer dabei Fußball guckt und das dann timen muss, um nicht aufzufallen, ist für das Unterfangen irgendwie vom Typ her doch nicht der Richtige.
Hm. Vermutlich bin ich nur einfach stinkkonservativ, aber mir entbehrt es hier definitiv der Romantik …
Wahrscheinlich soll es nur sagen, dass bei wahrer Liebe und großer Leidenschaft ein Mann sogar auf einen Besuch IM Stadion verzichtet für ein romantisches Stelldichein DAHINTER.
Äh ja. Mäßig romantisch.
Evtl. soll es auch sagen, dass nach dem Besuch einer einjährigen Paartherapie beide sich einigten, statt dass er Sportschau guckt, lieber hinters Stadion zu gehen.
Da haben beide was von.
Äh, auch nicht romantisch?