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Mediation.. oder: wie man es wagen kann, sich nicht zu einigen.

Dienstag, 3. Juni 2008 | Autor: Michael

“Es wird höflich gebeten, das Verfahren zu fördern”. Schrieb ich mehrfach, in einer Akte, so in monatlichen Abständen. Denn seit Oktober 2007 tut sich beim LG Göttingen nichts mehr. Kein Termin bisher, gar nix. Im Oktober nämlich machte ich den strategischen Fehler (so auch der Kollege auf der Gegenseite), die vom Gericht vorgeschlagene Mediation in dieser Sache abzulehnen. Nun schmollt man dort und fasst die Akte nicht mehr an.

Nun ja. Heute morgen dachte ich (nachdem nun auch die 4. Erinnerung ohne Antwort blieb).. ich ruf da mal an. Gesagt getan. Die Geschäftsstelle teilte mir freundlich mit, ein Herr K. sei zuständig. Man würde ihm eine Nachricht hinlegen, er würde sofort zurückrufen. Auch gut. Ich wagte noch freundlich zu erwidern, ein sofortiger Anruf wäre auch schön, “denn auch mich könne man irgendwann einmal verärgern”. Ich dachte, das wirkt.

“Sofort” scheint ein relativer Begriff zu sein. Nun denn – ich rief um 12.20 (mittags; 4 Stunden später…) erneut an. Die noch immer freundliche Geschäfsstellendame teilte mir mit gebotener Begeisterung mit, Herr K. könne nicht zurückrufen. Er sei “in der Mediation”.

Mehr zum “Zusatzangebot” der Göttinger Justiz findet man hier.

Ich glaub ich ruf da morgen nochmal an.

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Thema: Rechtliches

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Keine Kommentare

  1. 1
    Susi 

    LOL

    Ich möchte jetzt mal was nettes über unsere Justiz lesen, nicht immer diese Frustgeschichten. Ich hätte gerne wohlwollende kompetente Richter mit Gefühl für gute, wenn auch kurze Texte.

    Bitte. Danke.

  2. 2
    Michael 

    Geduld. Mehr irgendwann in diesem Blog. :-)

    So negativ ist das auch gar nicht. Übrigens rief er dann um 15.10 zurück und hörte gar nicht mehr auf mit den Entschuldigungen. Zu denken gab mir allerdings die Länge des Telefonates (95% er, 5 % ich). Hm…

  3. 3
    Tina 

    Ich dachte immer, der Vorteil der Mediation sei, dass sie die Richter entlastet?!?

  4. 4
    Michael 

    Naja.

    Das ist so eine Geschichte. Die Gerichte geben Erfolgsquoten ( = abgeschlossene Vergleiche bei Mediationen) von 85% an. Aber die Statistik.. sieht man sich die “mediierten” Akten einmal näher an, so sind dort dann auch Mini- oder Teilvergleiche enthalten, so dass der Rechtsstreit damit nicht endgültig beendet wird.

    Ich habe mal an einer sechsstündigen Mediation teilgenommen; am Ende waren alle so erledigt, dass sie alles unterschrieben hätten. Und ich behaupte, dass ein guter Richter auch hier im Gerichtstermin einen vernünftigen Vergleich in der Hälfte der Zeit erzielt hätte.

    Manchmal macht die Mediation sicher Sinn. Momentan scheint aber auch viel “Mode” dabei zu sein… und es ist ein Sprungbrett auf Beförderungsstellen. Ich bleibe weiter skeptisch.

  5. 5
    Susi 

    Oh, aus Michi ist jetzt Michael geworden. Stimmt, wir befinden uns hier ja auch in einem ernsthaften Blog. ;-)

  6. 6
    Tina 

    Ich find ihn jetzt schon recht seriös und lehrreich, den Blog. Ich plädiere für “Dr. Michael”. ;-)

  7. 7
    Susi 

    Andererseits: “Michi” hat auch was. Da kann man das zweite I so schön dehnen, wie “Indiiiiiiiiiiiiiiiiiie”.
    ;-) ))

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