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Schiedsleute.

Mittwoch, 6. November 2013 | Autor: Michael

Es stinkt. Mir.

Ok. Ich halte mich auf Bitten der Schiedsleute in Schlichtungsverhandlungen meist zurück, gerade dann, wenn die Gegenseite anwaltlich nicht vertreten ist. Ich bin ja nur “Beistand” (so die Schiedsordnung…) und will mir ja nicht vorwerfen lassen, ich hätte einen Vergleich kaputt gemacht.

Ok. Ich halte mich auch dann noch im Ortstermin zurück, wenn die Schiedsfrau den streitigen Ast ergreift und einfach kurzerhand selbst abschneidet. Es soll ja dem Frieden dienen. Oder so.

Ja, und ich grunze nur kurz wenn wieder einmal ein Schiedsmann im Termin laut sagt, an einem Prozess, der unbedingt zu vermeiden ist, würden ja nur die Anwälte verdienen. Leise, das Grunzen. Zurückhaltend.

Aber wenn Schiedsleute überhöhte Gebühren verlangen – dann hört der Spaß auf.

Die Schiedsordnung Schleswig-Holsteins sieht vor, dass maximal 95 Euro verlangt werden dürfen, dazu Auslagen. Jetzt verlangt ein Schiedsmann 105 Euro – obwohl er sich kurz danach für unzuständig erklärte, so dass eine Schlichtungsverhandlung nicht einmal stattfand…. – und weitere 50 Euro für Telefonate, Zeitaufwand und was weiß ich; das sieht das Gesetz nicht vor. Maximal 35 Euro dürfte er wohl verlangen, wenn überhaupt.

Irgendwann ist auch mal gut. Es gibt bestimmt viele gute Schiedsleute, die vernünftige Arbeit machen und einige durfte ich auch schon erleben. Aber es gibt leider viel mehr unvernünftige, die sich wie Dorfsheriffs benehmen. Bei letzterem Herrn kommt nun eine Anzeige wegen Gebührenüberhöhung, § 352 StGB, in Betracht. Irgendwann ist auch mal gut.

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Thema: Berufliches

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