Home

Und zu die Grenzen.

Donnerstag, 21. August 2008 | Autor: Michael

Nun ja. Von den fast verdursteten, in Teneriffa mit letzter Kraft anlandenden afrikanischen Flüchtlingen hatte ich schon gelesen… mir schwante dann aber Übles, als ich während meines Urlaubs auf Gran Canaria gleich zweimal Helikopter vor unserer Bucht kreisen sah, stundenlang (siehe dazu auch das vorletzte der Fotos hier).

Das Spiel geht also so: Hubschrauber fliegen tief über Meer und machen daher hohe Wellen. Wellen treiben die kleinen überbesetzten Nussschalen mit fast verdursteten und verhungerten Menschen an Bord auf das offene Meer zurück. Das kann dann schon mal dauern, ein paar Stunden. So verhindert man geschickt, dass die Leute überhaupt ans Ufer gelangen und Asylanträge (die sicher aussichtslos wären) stellen können.

Zum Massensterben der Afrikaner vor unseren europäischen Küsten findet man mehr auch hier.

Laut heutiger telefonischer Auskunft von amnesty ist diese Vorgehensweise bei den europäischen Regierungen allgemein bekannt – auch bei uns, aber sie wird akzeptiert. Wow. So weit sind wir also gekommen, nach Schengen soundsoviel, und bald zwanzig Jahre nach unserem “Asylkompromiss”.

Das hier sind wohl eher nur die Meldungen, die offiziell herausgegeben werden…

Ich bohr da mal nach.

Tags »

Trackback: Trackback-URL | Feed zum Beitrag: RSS 2.0
Thema: Unmenschliches

Diesen Beitrag kommentieren.

Keine Kommentare

  1. Ich empfehle dazu sehr die Texte der Goldenen Zitronen auf ihrem letzten Album “Lenin”.

    Und Auszüge aus einem Interview:

    Ted: Es war schon erschreckend, wie Europa auf die Flüchtlingströme aus Afrika im letzten Sommer reagiert hat. Grenzsoldaten sollten sie davon abhalten, dorthin zu kommen “wo all die Träume blühen”. Flachbildfernseher aus Übersee sind wiederum sehr willkommen. Das ist doch Paradox, dass genug Platz für Technikscheiß ist, aber nicht für Menschenleben. (…)

    “Die Engländer pferchen die Buren ein. Die Spanier auf Cuba die Aufständischen” (Europäische Außenstellen)

    Ted: Der Begriff “Europäische Außenstellen” geht auf den ehemaligen Innenminister Otto Schily zurück. Er hatte die Idee, dass man die Flüchtlinge gar nicht erst an die Grenzen Europas kommen lässt, sondern schon vorher in europäische Außenstellen, bzw. so genannte Auffanglager an der afrikanischen Grenze abfängt. Ich empfinde diesen Gedanken von einem Politiker als ungeheuerlich!

    Das ganze im Zusammenhang hier: http://www.motor.de/motormeinung/motor.de/protest_galore1.html

  2. 2
    Michael 

    Dachte schon, die Lemonheads hätten da was zu gesungen… und jaja, das war 2006, aber naiv wie ich bin dachte ich in 2008 ist mit dem Wahnsinn Schluss. Idiot, ich.

  3. Nein, der Wahnsinn wird immer schlimmer. Ich bin dankbar für Menschen wie Schorsch Kamerun und Ted Gaier, die sich immer wieder damit beschäftigen.Das Unrecht, dass in Europa jeden Tag geschieht und auch durch die Abschottung unserer Märkte verursacht wird, ist einfach unerträglich!

Kommentar abgeben

google