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Wenn die kids nerven: Zug fahren lassen.

Samstag, 8. November 2008 | Autor: Michael

In den neuen deutschen Bundesländern greift langsam ein System, über das genervte Eltern, die ihre Kinder loswerden wollen, einfach mal nachdenken sollten (aus der FAZ.Net):

“7. November 2008 Abermals ist ein Kind eines Zuges verwiesen worden, weil es keinen gültigen Fahrschein hatte. Ein Schaffner habe die Dreizehnjährige bereits am Mittwoch in Wittstock (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) zum Verlassen des Zuges gezwungen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Freitag.

Die Schülerin war auf dem Rückweg von der Schule von Heiligengrabe nach Neuruppin und hatte ihre Geldbörse samt Schülerausweis vergessen. Sie habe dem Schaffner unter Tränen versichert, dass sie weder über ein Handy noch Geld verfüge, um ihre Mutter zu benachrichtigen, schreibt das Blatt. Der Mann habe sich auch nicht dadurch erweichen lassen, dass sie keine Verwandten in Wittstock hat.

Zudem habe der Bahnbedienstete die Bitte ignoriert, mit seinem Diensthandy die Mutter des Mädchens anzurufen, damit diese in Neuruppin die geforderte Gebühr von 40 Euro bezahlen könne.  “€žEr hat meiner Tochter erklärt, dass dies ein Diensthandy sei und ihm keiner die Gesprächskosten ersetze“”, zitiert die Zeitung die Mutter. Am Ende half ein Taxifahrer dem Mädchen weiter. Eine erste Prüfung bestätigte laut Bahn-Sprecher im Wesentlichen den Sachverhalt. Das Unternehmen habe daraufhin umgehend Kontakt mit der Familie des Mädchens aufgenommen und sich „in aller Form entschuldigt€œ. Diese habe die Entschuldigung angenommen.”

Schon im Oktober war es in Rostock zu einem ähnlichen Vorfall gekommen – auch noch im Dunkeln:

“Dort hatte eine Zugbegleiterin ein zwölfjähriges Mädchen im Oktober in der Dunkelheit aus dem Zug gesetzt, weil es sein Portemonnaie samt Fahrkarte vergessen hatte. Die Schülerin war auf dem Weg nach Rostock zum Musikunterricht und musste mit ihrem Cello fünf Kilometer nach Hause laufen. Auch hier hat sich inzwischen die Bahn bei der Familie entschuldigt.”

Irgendwo hab ich gelesen, die Bahn entschuldigt sich mit Blumenstrauß und Ticket für diese  Aussetzung gem. § 221 StGB .. … Unannehmlichkeit. Ach, das tut doch wirklich nicht Not.

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Thema: Unmenschliches

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Keine Kommentare

  1. 1
    Jekylla 

    Ich war schon beim ersten Fall fassungslos. Allerdings auch darüber, dass die übrigen Passagiere das Mädchen tatenlos haben aussteigen lassen, nachdem die Schaffnereuse das Angebot eines Mitreisenden, das Ticket zu bezahlen, abgelehnt hatte. Wie kann man da zuschauen, wie das Kind aussteigt? Verstehe ich auch nicht.

    Und dass sich das bei der Bahn in Mitarbeiterkreisen nicht herumgesprochen hat, verstehe ich jetzt bei Fall 2 noch weniger.

  2. Dieser – erneute – Vorfall ist echt das Allerletzte. Und Jekylla hat recht, man wundert sich schon sehr über die anderen Fahrgäste.
    Allerdings weiß man ja auch nicht, was wirklich “an Bord” los gewesen ist.
    Auf jeden Fall ist das Vorgehen der Bahnangestellten unfassbar.
    Was in diesem Konzern los ist, lässt mich nur noch mit dem Kopf schütteln.

  3. 3
    Dirk 

    Na, das sind ja Geschichten. Sprache verschlagen. Hier in Italien passieren ja jede Menge Geschichten, die einem die Sprache verschlagen, aber Geschichten, wie eben diese oben beschriebenen, gehören irgendwie wirklich nach Deutschland.

  4. 4
    Michael 

    Ja, die Bahner lernen wirklich aus den Fehlern der Kollegen, fand ich. Und ich denk mal, egal was an Bord los ist… dürfte wurscht sein bei Kindern, gell?

    Italien ist einfach kinderfreundlicher; eure Sauereien mit Berlusconi und co. sind anderes Kaliber, aber Kinder in Italien… da können wir viel lernen hier.

  5. Ich habe Dir hier etwas hinterlassen …

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