"Wir befinden den Angeklagten."
Montag, 2. Februar 2009 | Autor: Michael
.. ja für was??”
Hab gestern mal in “Law and Order” reingelugt. Ziemlich chaotischer Handlungsablauf. Und der Schluss erst. Die Jury erscheint, der speaker sagt: “Wir befinden den Angeklagten.”
Schnitt. Dann kam der Ausblender. Und das war es dann. Fortsetzung folgt nicht.
Sollte jemand irgendwie das Ende der gestrigen Folge erfahren haben, wäre ich für eine kurze Nachricht dankbar.


Ging mir auch schon mal so: Plötzlich war das Ding vorbei – ich weiß bis heute nicht, ob es noch eine Fortsetzung am nächsten Montag gegeben hätte …
6. Staffel Law & Order New York, Folge “Doubt”? Das war das Ende, mehr kommt nicht.
Wenn es Sie tröstet, Sie sind nicht allein, siehe imdb.com/User comments.
Ging mir gestern auch so. Soll aber wohl so sein – die Zweifel sollen halt beim Zuschauer verbleiben. Und ihn zum Nachdenken bewegen? (neues Konzept für den Sender)
RTL 2 und “Nachdenken” ?
Zwei Welten prallen aufeinander
Ha! Das wollte ich auch eben schreiben: TV und Denken ist doch ein Widerspruch in sich ….
Ein Cliffhanger in der letzten Folge? Wie gruselig.
Lag offensichtlich an Befindlichkeitsstörungen.
Lag also nicht daran, daß in diesem Moment der Finger instinktiv auf den Netzschalter drückte? Aus diesem Grunde war ja (angeblich) ein linientreuer Journalist in weiten Teilen der Bevölkerung unter dem Namen “Schnitz” bekannt.
Das war die Pointe in der Folge. Die Serie ( mittlerweile 2 Spin Offs) ist aus juristischer Sicht gar nicht mal so schlecht und setzt sich mit bestimmten Problemen innerhalb des “Systems” (Justiz, Gesetzgebung, Verfahrensabläufe, Ermittlungsarbeit, Politik, Gesellschaft) immer wieder kritisch auseinander. Sie leidet ein wenig daran, dass die deutsche Synchronisation bestimmte Vorgänge und Begriffe des angloamerikanischen Rechtssystems nicht korrekt übersetzt.
Ich fand die jetzige Folge mutig: Ein Fall wird dargestellt aus Ermittlersicht, für keine der beiden Seiten – mutmaßliches Opfer, mutmaßlicher Täter – ergreift die Folge Partei. Es spricht vieles für die Version des “Opfers”, jedoch auch einiges für die des “Täters”. Die Ermittler bleiben mit ihren Zweifeln allein, ebenso wie der Zuschauer. Ein klassisches “Wie würden sie entscheiden?”
Unvergessen ist mir auch eine Folge, in der ein Richter die “fruit of the poisonous tree”-doctrine einschränkte/aushebelte mit Argumenten, die aus einer deutschen Strafrechtsvorlesung stammen könnten (was nicht so fernliegt, wenn man die Ausnahmen von der Doktrin ernst nimmt: http://en.wikipedia.org/wiki/Fruit_of_the_poisonous_tree)
Hm, ich hab die Folge ja leider nicht gesehen, aber die differenzierte Darstellung da find ich auch immer prima. Aber gegen offene Enden hab ich was.
Und meine Kenntnis der Früchte vom verbotenen Baum hab ich auch aus’m Fernsehen, ich denke, von Law und Order.
Und Fernsehen bildet doch.
Verbotene Früchte – ich dachte, das wäre aus der Bibel? Stattdessen ist es also aus Law & Order?? Erstaunlich.
Das ist dann doch zweierlei.
Ach das war so gewollt? Nanu. Das ging dann aber nicht nur an mir vorbei.
Nee, Susi, die fruitofthedingsdoctrine ist US-Recht. Miranda und so. In einem Fall konnte mal ein Täter nicht verurteilt werden, weil es für die in der Mülltonne gefundene Waffe keinen Durchsuchungsbeschluß gab, er gestand bei Vorhalt der Waffe und das Geständnis war dann auch unwirksam. So weit sind wir in diesem Land dann noch nicht.
@ AC Tatsache, der gibt einen Stern aus 10. Wow. Der war aber sauer.:-)
Und das mit der Früchtedoktrine war auch mal besser.
Wow.. interessant. Was Sie da immer so finden…
Nunja, wenn man jeweils eine überzeugende Geschichten von beiden Seite bekommt, wie wird wohl ein Strafrichter – unabhängig ob in DE oder US – entscheiden?
“er gestand bei Vorhalt der Waffe und das Geständnis war dann auch unwirksam. So weit sind wir in diesem Land dann noch nicht.”
Nein, in Deutschland foltert nicht mit vorgehaltener Waffen, sondern bestellt schon den Profifolterer ins Präsidium
Aargh. Ich meinte latürnich die Fingerabdrücke auf seiner Waffe. Seufz.